Gasaustritt in Bad Wiessee - Gelände großräumig abgesperrt

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Ein närrisches Zeichen vor Gericht

- VON WERNER KURZLECHNER Ein künstlerisches und politisches Zeichen wollte ein linkes Grüppchen setzen: Für einige Minuten rückten sie sich als Ritter verkleidet in den Mittelpunkt des "Tages der offenen Tür" im Polizeipräsidium vor zwei Jahren. Drei von ihnen stehen vor Gericht, weil sie sich Polizisten widersetzten.<BR>

<P>Farbtupfer auf sterilen Gerichtsfluren fallen auf. Aufmerksamkeit ist Mathias F. also sicher, als er in einem bunten Narrengewand zu seiner Verhandlung im Amtsgericht erscheint. Bloßer Selbstzweck soll die Kostümierung freilich nicht sein, weshalb der Harlekin seine Botschaft auf Pappe geschrieben in Händen hält: "Die Kunst ist frei!" Wegen ihres Hangs zu Aktionen in ausgefallener Maskierung im Dienste hehrer Ideale landeten F. und seine Mitstreiter Sabine K. und Martin L., allesamt Mittzwanziger, überhaupt erst auf der Anklagebank.<P>Im Falle K.s lautet die Anklage auch auf Beleidigung und Körperverletzung. Sie soll einen Polizisten getreten und mit Ketchup bespuckt haben, nachdem über ein Dutzend linker Aktivisten in Ritterrüstung mit Wasser gefüllte Luftballons geworfen hatten.<P>Spannend ist an diesem Prozess, dessen Urteil für heute angesetzt ist, dass zwei völlig verschiedene Welten im Saal aufeinander treffen: einerseits die fast durchweg dem linken Spektrum angehörenden Angeklagten und Besucher, andererseits der gänzlich aus Polizeibeamten bestehende Zeugenstand. Das Motiv für ihre Aktion aus dem Juli 2003 nennen die Drei eingangs in einer gemeinsamen Erklärung: Sie, die auf Demonstrationen einige schlechte Erfahrungen mit dem Unterstützungskommando (USK) gemacht hätten, wollten mit einer satirischen Theaterperformance die "heile Welt" der Polizeiselbstdarstellung stören. Die USK-Beamten, darunter das mit Ketchup besudelte Opfer, sollten sich nicht "als Ritter der Neuzeit zum Anfassen für Kinder" präsentieren können.<P>Die bewusste Provokation mit Hilfe klebriger Tomatensauce erreichte ihr Ziel: Die Polizei fühlte sich gestört genug, um die Personalien der Ketchup-Ritter aufnehmen zu wollen, die bereits zur Fußgängerzone weitergezogen waren. Dort ereigneten sich die Zwischenfälle, die nun vor Gericht führten. Der Prozess dauert an.<P><P>

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