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Naturheilmesse: Auf Erfolg fällt Schatten

- Murnau – Mit einem Großaufgebot von 45 Ausstellern und 20 Referenten warteten am Wochenende die „2. Murnauer Gesundheits- und Naturheiltage“ auf. Die Vorbereitungen für die Messe, zu der mehr als 1000 Besucher erwartet wurden, dauerten nach Angaben von Michael Biller, Vorsitzender des Veranstalters Naturheilverein Oberland, ein dreiviertel Jahr. Doch es lief nicht alles nach Plan. Landrat Harald Kühn, der zur Eröffnung sprechen sollte, sagte ab. Bürgermeister Dr. Michael Rapp schaute zwar einmal vorbei, ergriff aber nicht wie geplant das Wort. Beide hatten im Vorfeld darauf gedrängt, einen umstrittenen Vortrag zu streichen.

von Roland Lory <P>Das Referat Josef Sachsalbers war im Zuge eines Tagblatt-Berichts aus dem Programm genommen worden. Der Vortrag habe mit Kühns ausgefallenem Grußwort aber nichts zu tun gehabt &#8211; das ließ der Landrat nach Angaben Billers ausrichten. Der Steingadener Heilpraktiker Sachsalber wirbt, wie berichtet, für die &#8222;Germanische Neue Medizin&#8220; (GMN) des vorbestraften &#8222;Krebsheilers&#8220; Ryke Geerd Hamer, der als Antisemit gilt. Rapp und Kühn hatten fürs Messe-Programmheft Grußworte beigesteuert, waren dann jedoch auf Distanz gegangen. Sie hätten von dem Hamer-Vortrag nichts gewusst, erklärten beide. <P>K Antisemitische Sprüche &#8222;verheerend&#8220; <P>Trotz des Wirbels im Vorfeld lag am Samstagvormittag im Kultur- und Tagungszentrum zwischen allerlei Info-Material auch ein Prospekt der Steingadener &#8222;Welfenschule&#8220; aus, ein Zusammenschluss von Therapeuten, dem Sachsalber angehört. Die Broschüre verschwand, nachdem das Tagblatt Biller darauf hingewiesen hatte. Ferner wurde ein Magazin des &#8222;klein-klein-Verlags&#8220; angeboten, das sich positiv auf Hamer bezieht. <P>Der &#8222;Krebsheiler&#8220; behauptet, Krankheiten stellten lediglich eine körperliche Reaktion auf Schockerfahrungen dar. Die GNM sei &#8222;mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen&#8220;, urteilte die Deutsche Krebsgesellschaft. <P>Dr. Hartmut Dorstewitz, Präsident des Deutschen Naturheilbunds, erklärte bezüglich Hamer: &#8222;Ich kann eine solche Therapie nicht befürworten.&#8220; Dass Hamer antisemitische Sprüche klopfe, sei &#8222;verheerend. Das können und dürfen wir uns nicht leisten.&#8220; In Deutschland habe man aufgrund der Geschichte eine &#8222;große Verantwortung&#8220;, sagte Dorstewitz gegenüber dem Tagblatt. Der Chef des Dachverbands ist Facharzt für Allgemeinmedizin und referierte in Murnau über das Thema &#8222;Geschädigte Darmflora, Wurzel chronischer Erkrankungen?&#8220;. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Messe mahnte Dorstewitz (Kirchseeon) einen sorgsameren Umgang mit Lebensgrundlagen an. &#8222;Die Natur kann nicht noch weiter aus den Angeln gehoben werden. Sie muss mehr Beachtung finden.&#8220; <P>Die Öko- und Biobranche boomt. Über mehr Zulauf berichtet zum Beispiel die Murnauer Geschäftsfrau Ingrid Gasiunas, die an ihrem Stand Gesundheitsmittel, Naturkosmetik und ätherische Öle anbot: &#8222;Die Leute kommen inzwischen zuerst zu mir, bevor sie in die Apotheke gehen.&#8220; Dahinter stehe der Gedanke: &#8222;Wie kann ich den Körper mit natürlichen Mitteln unterstützen, bevor ich zur Medizin greife?&#8220; Martin Berner, der lösemittelfreie Lacke und Lasuren anbot, bestätigt den Aufwärtstrend für seinen Bereich. Der Markt für Naturfarben explodiere weltweit, &#8222;im Ausland noch mehr als bei uns&#8220;. Apothekerin Sabine Schierling warb auf der zweitägigen Gesundheitsmesse hingegen für &#8222;Vitalstoffe&#8220;, also Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Enzyme und Spurenelemente. Die Menschen hätten für derlei Präparate mittlerweile einen größeren Bedarf, &#8222;weil der alltägliche Stress größer ist&#8220;, erläuterte die Weilheimerin. Obst und Gemüse hätten heute im Gegensatz zu früher einen viel geringeren Vitalstoff-Gehalt, weil sie oftmals zu früh geerntet würden und zu wenig Sonne abbekämen. <P>Biller zog gestern Nachmittag ein vorläufiges Resümee. Die Messe war offenbar trotz der langen Schatten ein Erfolg: &#8222;Die Reaktionen der Aussteller und Besucher waren durchweg positiv.&#8220; <P>

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