Nazi-Vergangenheit holt Ex-Landrat ein

- Weilheim (mb) - Ein langjähriger Landrat ist von seiner Nazi-Vergangenheit eingeholt worden: Der 1991 gestorbene Gustav Hilger, früherer Landrat des Altlandkreises Schongau (1949 bis 1970), war wohl 1942 als Landrat von Hilpoltstein daran beteiligt, dass ein widerspenstiger Bauer ins KZ Dachau gebracht wurde. Der Landwirt starb dort wenig später. Noch im Juni diesen Jahres war dem CSU-Politiker eine Ausstellung im Landratsamt Weilheim gewidmet worden - die Behörde wusste nichts von diesem dunklen Punkt.<BR>

Dokumente aus dem Staatsarchiv in Nürnberg sowie eine Veröffentlichung im Gedächtnisbuch der KZ-Gedenkstätte belegen die Nazi-Vergangenheit des 1935 in die NSDAP Eingetretenen. Im Gedächtnisbuch berichtet ein Heimatforscher von der Verschleppung und vom Tod des Bauers Ludwig Wittmann. Er zitiert einen Brief Hilgers, wonach der Bauer, sollte er die ihm zugewiesene Arbeitsstelle nicht aufsuchen, ins KZ müsse.<P>Dass Hilger während des Zweiten Weltkrieges Landrat in Hilpoltstein gewesen war, sei bekannt, heißt es von Seiten der Behörde. In den Akten gebe es aber keinen Nachweis über seine NS-Vergangenheit. Wenn jedoch jemand vom Staat hoch geehrt und zudem nach dem Krieg entnazifiziert worden sei, so Landrat Luitpold Braun, "sorgen wir uns nicht weiter". Zudem habe man nur sein Wirken als Altlandrat von Schongau gewürdigt. Künftig wolle man aber mögliche Nazi-Verbindungen überprüfen.<P></P>

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