Nebenrolle für den Nachlass

- VON TANJA MOUNG Vier Katzen quetschen sich auf ein 18 mal 24 Zentimeter kleines Ölbild. Noch bis vor dem Tod von Erni Singerl schmückte die Zeichnung die Wohnung der berühmten Münchner Schauspielerin. Seit gestern Nachmittag gehören die Katzen Hans. Er hielt seine Bieternummer am längsten in die Luft und übertrumpfte damit vier weitere Auktionsteilnehmer. <BR>

Für 3 300 Euro über dem Ausrufpreis hat der 76-Jährige das Bild ersteigert, doch der Preis scheint ihm egal zu sein. Schließlich ist der 76-Jährige ein Fan - des Malers Benno Kögl. "Ich wusste gar nicht, dass Erni Singerl ein Bild von Kögl hatte", sagt Hans. Er liebe und sammle Katzenbilder. Die Vorbesitzerin interessiere ihn dagegen weniger, obwohl er sie gerne mochte. Ebenso wie die rund 200 anderen Besucher des Auktionshauses "Ursula Nusser". Sie sind gekommen, um sich Kunstgegenstände zu sichern. Erni Singerl, die zu Lebzeiten überwiegend Hauptrollen gespielt hat, muss sich an diesem Nachmittag mit einer Nebenrolle begnügen.<P>"Ich habe nur mitgesteigert, weil mir die Vasen und die Porzellanfigur so gut gefallen haben", sagt Michael. Der 33-Jährige gibt zu, dass er nicht einmal weiß, wer Erni Singerl ist. Schnell packt er die Ware in Zeitungspapier ein und verstaut sie in seiner Tasche. Auch der neue Besitzer der Oktoberfestkrüge scheint mehr an neuen Trinkgefäßen, als an einem Andenken an der Schauspielerin interessiert zu sein. "Ich mag diese Art von Krügen."<P>Die 68-jährige Rosemarie sichert sich gleich mehrere Kunstwerke aus dem Nachlass. "Ich habe die drei Bilder von Karl Valentin, die Landschaft mit dem Zugspitzmassiv, den heiligen Georg aus Holz und die Nachtwächter bekommen." Sie habe die Schauspielerin zwar vom Sigi-Sommer-Stammtisch her gekannt, aber deswegen werde es keinen Ehrenplätze für die Werke geben. Ihre Motivation zu der Versteigerung zu kommen sei eine ganz andere gewesen. "Ich bin einfach total süchtig nach Auktionen."<P>Erni Singerls 30 Schätze sind nicht die einzigen, die unter den Hammer kamen. An die 9 000 Gegenstände wurden aufgerufen. Während manche Bilder Preise von bis zu 65 000 Euro erzielten, hielten sich die Anwesenden beim Nachlass von Singerl zurück. Für Branchenkenner keine Überraschung. "Die meisten interessieren sich für den Wert der Kunst", sagt Andreas Bärmann, Antiquitätenhändler aus Dellfeld. Bei dem Nachlass von Inge Meysel sei das natürlich eine ganz andere Sache gewesen, wohingegen bei der Münchnerin keine wirklichen Höhepunkte dabei gewesen seien.<P>Schneider-Press

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