Neue Stümpfling-Bahn "Schub nach vorne"

- Spitzingsee - Für Jakob Kreidl war es ein "Freudentag für die ganze Region", über "Aufbruchstimmung" freute sich Stefan Schörghuber, und für Bürgermeister Toni Scherer diente der neue Sessellift als Beweis, "wie Totgeweihte ins Leben zurückgeholt werden". Nur ein Jahr nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens wurde am vergangenen Samstag die neue Stümpfling-Bahn am Spitzingsee ihrer Bestimmung übergeben. Bei der Jungfernfahrt überzeugten sich die zahlreichen Besucher von den technischen Finessen der 3,7 Millionen Euro teuren Anlage.

Der Andrang sei "ein Zeichen dafür, was wir hier bewegen wollen", meinte Stefan Schörghuber, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee GmbH. Mit dem Bau der Bahn habe man deutlich gezeigt, dass die Modernisierung "mit Augenmaß" erfolge: "Wir wollen den heimatlichen und natürlichen Charme der Region bewahren". Ebenso wie Fritz Schloer, der für die Durchführung des Projekts verantwortlich war, lobte Schörghuber die Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden, die die schnelle und reibungslose Umsetzung der Pläne für eine neue Stümpfling-Bahn ermöglicht hatten. Insbesondere dankte er der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und ihrem Vorstandsvorsitzenden Georg Bromme als Mitgesellschafter und Förderer des Projekts. Wie berichtet, hatte seine Initiative im Vorjahr entscheidenden Anteil an der Gründung der Auffanggesellschaft mit der Schörghuber-Gruppe als Hauptinvestor an Bord.

"Wo der Staat nichts dazutun muss, das sind mir die Liebsten", erklärte Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu, der den Neubau der Bahn insbesondere auch als "Beitrag zum Umweltschutz" hervorhob. Schließlich sei es für Ballungsgebiete wie die Landeshauptstadt München vorteilhaft, wenn gute Skigebiete in erreichbarer Nähe seien. "Es ist auch gut für die Nerven, wenn man mehr auf der Piste ist als auf der Autobahn".

Als "Schub nach vorne für eine traditionelle Wintersportregion" begrüßte der Stellvertretende Landrat Jakob Kreidl die Inbetriebnahme des Sesselliftes und lobte Georg Bromme und Stefan Schörghuber als "Unternehmer, die wirklich etwas unternehmen". Durch die neue Anlage werde das gesamte Skigebiet aufgewertet, so Kreidl, der sich insbesondere bei Minister Wiesheu für dessen Anwesenheit bedankte: "Ein deutliches Signal, dass dieses Engagement auch von der Staatsregierung geschätzt und gewürdigt wird".

Schliersees Bürgermeister Toni Scherer hatte die jüngste Geschichte der Stümpflingbahn gezeigt, "wie nah Freud und Leid beieinanderliegen". Schließlich habe die Insolvenz zunächst das Aus für die "Wiege des Wintersports" bedeutet. Scherer freute sich insbesondere auch über den neuen Wanderweg, der im Zuge des Seilbahn-Neubaus entstanden war. An Staatsminister Otto Wiesheu appellierte er, den Startschuss für die Stümpflingbahn "als Motor" für die Lösung des zentralen Problems der Marktgemeinde zu betrachten: die Erneuerung des Kurzentrums.

Im Anschluss an die kirchliche Segnung der neuen Anlage, die Pater Dr. Valentin Hertle und die evangelische Pfarrerin Melanie Striebeck vornahmen, nahmen die zahlreichen Besucher an der Jungfernfahrt der Bahn teil, die die Strecke zum Stümpflinghaus in nur knapp sechs Minuten zurücklegt. Pro Stunde können auf diese Weise rund 2200 Personen befördert werden.

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