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Ein Team, eine Einheit: Das ist die Stärke des VfB Eichstätt und ein Beweis für konstante Arbeit, die hat Coach Markus Matte zweifelsohne geleistet.

So ging es bergauf an der Altmühl

„Nicht allein mein Verdienst“: Eichstätt-Coach Mattes spricht über die Erfolgs-Story

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Der Erfolgslauf des VfB Eichstätt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Mattes-Elf thront an der Spitze der Regionalliga und das im erst zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Der Coach selbst freut sich über die angenehme Situation ohne aber den Kopf zu verlieren.

„Das hätte ich nicht erwartet“, gibt Markus Mattes zu, angesprochen auf die mehr als komfortable Tabellensituation seines Teams zur Winterpause. „Wir haben eine Welle erwischt und dann geht Vieles einfach leichter“, stellt er fest. 

Dabei ist die Eichstätter Erfolgs-Welle kein kurzlebiger Effekt. Seit nun vier Jahren geht es steil bergauf in der Universitätsstadt. Unweigerlich verknüpft wird dieser Aufwind eben mit dem Namen Markus Mattes. Er übernahm das Team während der Saison 2014/15, rettete es vor dem Abstieg und führte die neu formierte Mannschaft direkt im Folgejahr zur Vizemeisterschaft. 

Als der Aufstieg in die Regionalliga zur darauffolgenden Spielzeit auch für den Verein möglich war, wurde er prompt zur Wirklichkeit. Und der VfB brauchte keine Anlaufzeit in Bayerns Fußball-Beletage: Als eines der wenigen Teams hielten sie sich aus dem gröbsten Abstiegskampf heraus.

Stand heute wirkt der Fußball-Zwerg gar nicht mehr so klein. Seit dem Highlight beim Sieg gegen den FC Bayern II grüßt Eichstätt von der Tabellenspitze und könnte sogar die Herbstmeisterschaft einfahren. Eine rasante Erfolgsgeschichte, doch der 43-Jährige will die Lorbeeren dafür nicht allein einstreichen. Angesprochen auf die großartige Entwicklung unter seine Riege entgegnet er mit einem beinahe schon kühlen: „Ich glaube nicht, dass das allein mein Verdienst war.“ Er klingt nicht, als wolle er nur bescheiden wirken und legt seine Gründe für den Aufschwung nach: „Nach dem knappen Klassenerhalt in der Bayernliga gab es einen großen Umbruch im Verein. Da hatten wir einfach ein glückliches Händchen.“

Trotz dem Umbruch finden sich auch heute noch 13 Spieler beim VfB, die noch zu Bayernligazeiten in Eichstätt gekickt haben und das ist keine Überraschung: „Das ist ein Weg, den wir sehr bewusst gegangen sind. Wir wollten mit den Jungs in die Regionalliga, die sich das vorher auch selbst verdient haben. Außerdem ist unser Mannschaftsgefüge unsere größte Stärke“, stellt Mattes klar.

Diese Stärke lässt sich nicht von der Hand weisen. Das Saisonziel, die 40-Punkte-Marke zu knacken, hat man an der Altmühl schon pulverisiert. Mit 44 Zählern im Rücken kann man die Feiertage euphorisch angehen, bestätigt auch der Coach: „Über die Winterpause geht es für uns nur darum den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen. Es ist eine sehr angenehme Situation für uns, dass wir jetzt schon auf der sicheren Seite sind.“

Es war das klare Vorhaben des VfB Eichstätt, sich in der Regionalliga zu etablieren. Also läuft einfach alles nach Plan? „So etwas kann man nicht planen“, stellt der ehemalige Rohrbacher fest, „wir hatten das nötige Glück, dass dazu gehört. Aber man kann schon sagen, dass wir immer bewusste Entscheidungen getroffen haben.“

Nach dem Coup gegen die kleinen Bayern wurde Teamleiter Benz schon auf eine Anpassung des Saisonziels angesprochen, ließ sich aber nicht locken. Auch sein Trainer trägt den Kopf nicht in den Wolken: „Erfahrungsgemäß ist das zweite Jahr für einen Aufsteiger am schwersten, das ist uns bewusst. Die Gegener kennen uns jetzt und nehmen uns für voll“. Ein reines Schaulaufen müssen die Fans trotzdem nicht befürchten, Mattes setzt ein neues, wenn auch bescheidenes Ziel: Die Platzierung aus dem Vorjahr übertreffen. 

So großartig die Story des VfB Eichstätt ist, der Lauf wird aller Voraussicht nach in der Regionalliga vorerst ein Ende finden müssen. Auch der Übungsleiter befürchtet, ein Aufstieg in die dritte Liga wäre „nicht darstellbar“. Offensichtlichster Faktor ist hier das nicht Bundesliga-taugliche Stadion und Mattes ergänzt: „Vor zwei Jahren haben wir noch freiwillig auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichtet. Jetzt auf die dritte Liga zu schielen, das würde dann doch nicht zusammen passen.“

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