Zum Niederknien: Das perfekte Dinner

- Strognschützen müssen so manche Gemeinheit schlucken. Letztlich macht ihnen aber Jennewein Mauggen den Göd.

von gert seidel <P>Mauggen &#8211; Erfolgreich war der Bittgang der Strognschützen Unterstrogn für den Paten zum 100-jährigen Gründungsfest vom 1. bis zum 3. Juni. Bei den Jenneweinschützen in Mauggen stießen sie auf durstige Seelen und Liebhaber exzellenter Küche. Die Mauggener hatten ein Festzelt errichtet und mit den Denlinger Buam zünftige Musi aufgeboten. <P>Da zog man unter Führung von Schirmherr Bürgermeister Hans Schreiner gerne ein, wenn auch Josef Singldinger, Chef der Strogn-Schützen, und seine Mitstreiter besorgt über die Kosten des Bittgangs waren. Solcherlei Bedenken zerstreute Josef Danner, der &#8222;Saubauer aus Geiselhöring&#8220;, mit frechen Gstanzln. <P>Martin Mair, Vorsitzender der Jenneweinschützen, überließ die Verhandlungen Georg Mesner, der als Ehrenvorsitzender und Kommunalpolitiker Erfahrung im Schachern hat. So durfte sich ein jeder ein naturbelassenes Scheitl aussuchen. Charmant zeigte sich Mesner gegenüber den Damen. Er gestattete einerseits Schriftführerin Marlene Huber einen Barhocker und prüfte anderseits mit wohlwollendem Kennerblick das Knie von Schützenkönigin Maria Singldinger auf illegale Polster. Es war augenscheinlich makellos, wie auch das Geläuf des Gemeindechefs, dessen schwarze Socken Georg Mesner entzückten. Keiner der Bittgänger hatte sich gepolstert, und das Handtuch von Gerhard Irl, Vorsitzender des Festausschusses, war nur als emotionaler Halt gedacht. <P>Die Strogn-Schützen warben geizig mit 50 Liter Freibier, während die Mauggener Durst auf 400 Liter hatten. Die Verhandlungen wurden dennoch nicht abgebrochen, und die Gäste wurden mit einem perfekten Dinner verwöhnt. Bei der Suppe, kniend auf dem Scheitl genossen, zeigten sich Lücken in der Bittgängerfront, und spätestens bei der Hauptspeise war es um die Geschmacksnerven geschehen. Schreiner versprach Weißwürste, wenn ihm dafür der Nachtisch erspart bleibt, und wurde erhört. Franz Häusler sen. im Publikum bot 50 Liter Weißbier dazu, weil er um das gerade noch vorhandene Wohlbefinden seiner Kinder bangte. Sohn Franz und Zwillingsschwester Roswitha werden ihm ewig dankbar sein. <P>Am Ende war man sich über die Grundversorgung von 200 Liter Bier einig, plus Weißwürste und Weißbier vor dem Kirchgang. Schließlich packte Anderl Huber noch zehn Liter drauf. Er hatte stets den Teller der Schützenkönigin mit aufopfernder Zuneigung geleert. <P>

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