Nordumgehung statt Tunnel

- BLS-Chef Walter Jann schlägt eine neue Nordumfahrung vor: von der Waldkreuzung nach Oberdill.

Von Barbara Irlbauer <P>Starnberg &#8211; BLS-Chef Walter Jann hat selbst Geld in die Hand genommen und unter Mitwirkung des Verkehrsplanungsbüros Wagner & Partner aus München eine Vorplanung für eine Nord-Tangente für Starnberg erstellen lassen. Noch diese Woche will er bei Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger beantragen, dass dafür Raumordnungsverfahren und Umweltprüfung durchgeführt werden. &#8222;Bekommen wir im Stadtrat keine Mehrheit, gehen wir mit diesem Thema in den Wahlkampf&#8220;, kündigte Jann am Dienstag im Kleinen Saal der Schlossberghalle vor etwa 50 Gästen an. Die Unterlagen, die an die zuständigen Behörden gehen sollen, seien so detailliert ausgearbeitet, dass die Beurteilung in kurzer Zeit möglich sei. <P>Die neue Tangente schließt im Westen an der Waldkreuzung (nördlich von Hanfeld) an die bereits weit gediehene Westtangentenplanung an, verläuft unter größtmöglicher Schonung landwirtschaftlich genutzter Flächen nach Osten, überquert das Würmtal mittels einer an Stahlseilen an einem Pfeiler aufgehängten Brücke nördlich des Bahnhofs Mühlthal nahe der Ruine Karlsburg, verläuft nördlich an Leutstetten vorbei &#8211; das laut Jann durch vorhandene Hügel vor Lärm geschützt wäre &#8211; und mündet zwischen Autobahnmeisterei und Polizei in Oberdill auf die Autobahn München-Garmisch. Der neue Anschluss dort soll den Plänen nach so erfolgen, dass das Gewerbegebiet Schorn eine Autobahnzufahrt bekäme. <P>Nord- und Westtangente gemeinsam müssten nach dem Willen des BLS-Vorsitzenden dann die Funktion der bisherigen Bundesstraße 2 übernehmen. Der B2-Tunnel in Starnberg würde überflüssig, die alte B2 verkehrsberuhigt umgestaltet. Brauche man heute für die 11,3 Kilometer vom Maxhof nach Oberdill über Starnberg 11,1 Minuten, seien es dann 16,4 Kilometer, die in 12,5 Minuten zu bewältigen seien, sagte Jann. Diese ortsferne Umfahrung könne Ziel- und Quellverkehr aus dem Süden Starnbergs ebenso aufnehmen wie aus den Bereichen Söckinger- und Hanfelder Straße. <P>Die Bau- und Nebenkosten hat das Planungsbüro mit 30 Millionen Euro geschätzt, die Kosten für die Westtangente kämen hinzu. &#8222;Dennoch könnten wir gegenüber dem Tunnel 65 Millionen Euro sparen&#8220;, sagte Jann. Damit es schnell gehe &#8211; er peilt eine Fertigstellung bis 2013 an &#8211;, sollten Stadt und Landkreis die Baulast übernehmen. Dann sei auch noch mit 60 Prozent Staatszuschuss zu rechnen. <P>

Auch interessant

Kommentare