Oberbräu: Wochinger vor Gericht

- Holzkirchen – Seit der Pleite seiner Immobiliengesellschaft im März 2004 kämpft Fritz Wochinger darum, die traditionsreiche Brauerei Oberbräu im Familienbesitz zu halten. Um die florierende Braustätte vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu bewahren, hatte der Holzkirchner Bräu den Betrieb noch im Herbst 2003 aus dem Unternehmen gelöst und einer neuen Gesellschaft übertragen. Am Dienstag, 24. Oktober, muss sich Wochinger nun wegen betrügerischen Bankrotts vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten.

von christina jachert-maier <P>Der Verkauf des ehemaligen Brauereigeländes im Zentrum Holzkirchens sollte viel Geld in die Kasse spülen. Schließlich hatte Wochinger gewaltige Investitionen zu stemmen. Um sich auf dem heiß umkämpften Biermarkt zu behaupten, übernahm er 1995 die Produktionsanlage der Brauereigenossenschaft, seiner früheren Konkurrentin, im Gewerbegebiet. <P>Doch es kam anders. Die Wohnungen im Brauviertel verkauften sich zäh, die Ladenmeile steht heute noch leer. Der Bauträger, der das Areal von Wochinger erworben hatte, blieb einen erheblichen Teil des Kaufpreises schuldig. Am 23. März 2004 eröffnete das Amtsgericht Wolfratshausen das Insolvenzverfahren gegen die FW Immobilien KG und setzte den Wolfratshausener Rechtsanwalt Rolf Sperling als Insolvenzverwalter ein. <P>Die Brauerei mit ihren 42 Mitarbeitern hatte Wochinger wenige Monate zuvor der neu gegründeten Gesellschaft Holzkirchner Oberbräu übertragen. Schon damals erklärte Sperling, wegen des Entzugs vonVermögenswerten aus der Konkursmasse liege möglicherweise eine strafbare Handlung vor. <P>Ob dem so ist, wird das Miesbacher Schöffengericht bei der Verhandlung am Dienstag zu klären haben. Wochinger selbst zeigt sich optimistisch. Zumal er guter Hoffnung ist, die 1605 gegründete Brauerei in jedem Fall vor dem Verkauf bewahren zu zu können. &#8222;Ich habe lange gekämpft. Aber es ist alles gut gelaufen.&#8220; <P>Gute Chance für Traditionsbrauerei <P>Auch Sperling gibt dem Wunsch Wochingers, seinen Betrieb zu behalten, wieder eine gute Chance. Inzwischen sei eine andere Bank Hauptgläubigerin, berichtet der Jurist. Er sei sowohl mit dieser Bank als auch mit Wochinger in Verhandlungen. Dabei gehe es um einen Vergleich. &#8222;Wenn es zu einer Einigung mit der Bank kommt, bestehen Aussichten, dass die Brauerei im Familienbesitz bleibt&#8220;, erklärt Sperling. Wochinger verhalte sich kooperativ. Im Gespräch ist Sperling aber auch mit Prinz Luitpold in Bayern. Der Chef der Brauerei Kaltenberg hatte Wochinger schon im Dezember 2003 ein Übernahme-Angebot gemacht. &#8222;Auch da laufen Verhandlungen&#8220;, meint Sperling. Die Strafsache vor dem Amtsgericht berührt das Insolvenzverfahren zunächst nicht. Allerdings, so Sperling, würde eine Verurteilung seine Ansicht bestätigen, dass die Abspaltung der Brauerei nicht rechtmäßig gewesen sei. Wochinger zeigt sich gelassen. &#8222;Ich denke, ich bekomme einen Freispruch.&#8220; <P>

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