PCB-Studie gibt Entwarnung für Tausende Gebäude

- In zwei Schulen zu hohe Werte - Minister Sinner: "Keine Gefahr"

VON CHRISTIAN MINATY München - Bayerns Verbraucherschutzminister wirkte erleichtert. "Die Gefahrenwerte von PCB in Schulen und Kindergärten wurden nicht überschritten", sagte Eberhard Sinner in München bei der Vorstellung der bayernweiten PCB-Studie.

Noch vor wenigen Monaten hatte das Umweltgift PCB für Schlagzeilen und Aufregung bei Kindern, Eltern und Lehrern gesorgt. Damals war bekannt geworden, dass Schüler der Nürnberger Georg-Ledebour-Schule erhöhte PCB-Blutwerte hatten. Daraufhin hatte das Verbraucherschutzministerium eine PCB-Fragebogenaktion bei allen Schulen und Kindergärten im Freistaat veranlasst (wir berichteten). Von 15 470 Gebäuden ergaben sich bei rund der Hälfte keine Verdachtsmomente. Bei 7326 Gebäuden hingegen, bei denen Hinweise auf PCB-Belastung vorlagen, wurden Raummessungen durchgeführt.

Laut Studie wiesen davon zwei Schulen - darunter die mittlerweile abgerissene Georg-Ledebour-Schule sowie eine Realschule im oberpfälzischen Waldsassen - Werte über 9000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft auf (Gefahrenwert: 3000 Nanogramm). Bei 15 Gebäuden wurden Werte zwischen 3000 und 9000 Nanogramm festgestellt, betroffene Räume seien gesperrt und teils schon saniert. Sinner verglich das Gesundheitsrisiko durch die PCB-Altlasten mit dem Rauchen einer Zigarette pro Jahr. Das von der Staatsregierung mit der Erstellung der Studie beauftragte Institut für Umweltmedizin der Universität Erlangen kam zu dem Schluss, dass die PCB-Gesamtbelastung im Blut von Kindern der Georg-Ledebour-Schule "unauffällig" sei. Institutsmitarbeiter Hans Drexler erklärte, dass der größte Teil der Belastung auf so genannte höherchlorierte PCB entfalle, die aus der Nahrung stammten. Die Blutproben wiesen auch eine geringfügige Erhöhung niedrigchlorierter PCB auf.

Diese kämen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" aus der Raumluft. Der Wissenschaftler fügte an: "Es gibt keinen Hinweis darauf, das niedrigchlorierte PCB schädigender als höher chlorierte PCB sind." Von Georg-Ledebour-Schülern geäußerte Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Einschlafstörungen konnte Drexler nicht mit der PCB-Belastung verknüpfen. "Wir fanden keinen Zusammenhang."

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