Peiting trauert um Karl Fliegauf

- Peiting - Peiting trauert um seinen Altbürgermeister und Ortschronisten Karl Fliegauf. Der Ehrenbürger der Marktgemeinde verstarb am Samstag im gesegneten Alter von 93 Jahren. Seine Familie und Mitbürger nehmen am Mittwoch, 8. März, bei einem Trauergottesdienst um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael Abschied von ihm. Anschließend findet die Beerdigung im alten Friedhof statt.<BR>

24 Jahre leitete der gelernte Malermeister von 1954 bis 1978 die Geschicke seiner Heimatgemeinde, die in dieser Zeit auf seine Initiative wieder zum Markt erhoben wurde. Die wirtschaftliche Umstrukturierung nach der Schließung des Kohlenbergwerks gelang ihm dank guter Zusammenarbeit im Gemeinderat und der Unterstützung durch Franz Josef Strauß, Wirtschaftsminister Otto Schedl und Staatssekretär Franz Sackmann. Dass dabei auch der Fremdenverkehr nicht vernachlässigt und der ländliche Charakter des einstmals größten Dorfes Oberbayerns nicht gestört wurde, war mit ein Hauptanliegen Fliegaufs. Der nach ihm benannte Rundweg am idyllischen Gumpen im Herzen Peitings erinnert an seine Verdienste um die Ortsverschönerung.<P>Ehrenmitgliedschaften<P><P>Zahlreiche Ehrenmitgliedschaften dokumentierten sein vielfältiges Engagement in den Vereinen. Stellvertretend sei hierbei der Veteranenverein genannt, an dessen Wiederbegründung er nach dem zweiten Weltkrieg als zweiter Vorstand maßgeblich beteiligt war. Leidenschaftlich ging der Verstorbene seinen Steckenpferden vom Kunstmalen bis zum Jagen aus Passion nach.<P>Seine größten Verdienste erwarb sich Karl Fliegauf auf dem Gebiet der Heimat- und Mundartforschung - ausgezeichnet mit der Schmeller-Medaille (1971) und der Ehrennadel für besondere Verdienste der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2002). Fliegaufs Lebenswerk, dazu gehört die fünfbändige Ortschronik, ist eine Fundgrube für die Geschichte Peitings und sein Brauchtum. "Für kaum einen anderen Ort im Altlandkreis steht eine vergleichbare Textsammlung zur Verfügung", würdigt Professor Hans Pörnbacher Fliegaufs Arbeit. Die in jahrzehntelanger Sammelarbeit zusammengetragenen Gegenstände, Bilder und Dokumente haben in den Peitinger Geschichtsstuben im Klösterle einen würdigen Platz gefunden. Sie erlauben es, Peitings Entwicklung in einem größeren geschichtlichen Rahmen anzuschauen. Diese wurde immer wieder lebendig, wenn Karl Fliegauf in seiner unnachahmlichen Art Besuchergruppen dort durch seine Räume führte. Leider konnte er die Fertigstellung der Festschrift zum 60-jährigen Gründungsjubiläum der CSU nicht mehr miterleben, in dem sein Werk ausführlich gewürdigt ist. Wie auch die Verleihung der Goldenen Ehrennadel, die am vergangenen Wochenende hätte erfolgen sollen. hg<P>

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