Mit Pflegeprodukten gegen Alter und Armut

- Pater Bertram berichtet über Selbsthilfe-Projekt in Ecuador

Peiting - "Mit ,colonche line` aus unseren organisch gezogenen Aloe Vera-Pflanzen machen wir die Eitelkeit fruchtbar für die Armen. Positives aus Ecuador konnte Pater Bertram bei seinem diesjährigen Besuch in Peiting berichten. Das Projekt ermöglicht langfristig 100 Familien im wüstenartigen Trockengebiet ein menschenwürdiges Einkommen. Die Leute sollen - so Pater Bertram - mit Würde sagen können: "Jetzt verdienen wir unser Brot selber". Dies dürfte möglich sein, weil durch großherzige Unterstützung aus der Schweiz nun ein Fertigprodukt hergestellt werden kann.

Seit 1991 ist der Schweizer Priester in Ecuador und betreut dort inzwischen seit acht Jahren die 1000 Quadratkilometer und 20 Dörfer umfassende Pfarrei Colonche auf der Halbinsel Santa Elena. Nebst der vielfältigen Aufgabe als Seelsorger war ihm die drückende Armut der Menschen stets ein großes Anliegen. Menschen, die sterben, weil man sich Operationen und Medikamente nicht leisten kann; Kinder, die keine Volksschulbildung erhalten, weil es zu wenig Lehrer gibt; Jugendliche, die niemals Zugang zur Universität finden, weil sie kein Abitur machen können. Diese Anliegen bewogen ihn, eine Apotheke einzurichten, ein Volksschullehrerprogramm und eine Mittelschule aufzubauen.

Auch wurden 120 Häuser mit kirchlichen Mitteln gebaut und kleine Landwirtschaftsprojekte verwirklicht. Doch im Grunde blieb die Lage der Menschen die gleiche, es fehlte einfach an Arbeitsplätzen. Mit der Entdeckung, dass Aloe Vera ein hochwertiges Exportgut werden könnte, begann eine neue Etappe in Colonches Entwicklungsgeschichte. Bereits nach knappen drei Jahren wurde das Lehrerprogramm selbsttragend und damit haben 270 Schulkinder eine deutlich bessere Bildungschance. Auch die private Mittelschule ist bald selbsttragend. 150 Jugendliche bereiten sich aufs Abitur vor.

Pflanzenpflege für ein Studium

Das Gymnasium kostet 15 Dollar im Monat, ein Lehrer bekommt 120 Dollar. Pater Bertram zeigte, wie die Kinder mit Eifer dabei sind, ihre jeweils anvertrauten 500 Pflanzen zu pflegen und damit ihr Studium finanzieren. Sie machen dadurch auch die Erfahrung, dass einem nichts geschenkt wird. Anhand der Bilder von den Indiokindern brachte der Padre mit seiner Erzählkunst auch diesmal rüber, worauf es im Leben wirklich ankommt und wie wenig man eigentlich braucht, um zufrieden zu sein.

Eindrucksvoll auch die Bilder von den kirchlichen Festen und aus dem Schulleben. Einen höchst positiven Nebeneffekt haben die von der BCS Nürnberg kontrollierten und zertifizierten organischen Aloe-Vera-Kulturen ohne Kunstdünger und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln: "Die Bauern lernen gleichzeitig auch andere Produkte organisch anzubauen."hg

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