Politisch gewollte Partnerschaft wuchs zu lebendiger Freundschaft

- Dourdan und Bad Wiessee verbindet seit 40 Jahren enges Band

VON INGRID VERSEN Bad Wiessee - Vor 40 Jahren, 1963, wurde mit dem Staatsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich eine der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft der beiden Länder wie auch für ganz Europa getroffen. Den Inhalt dieses Vertrages, die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, haben die beiden Städte Bad Wiessee und Dourdan im gleichen Jahr durch eine Partnerschaftsurkunde aktiv in die Tat umgesetzt. Seit inzwischen vier Jahrzehnten gibt es diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier - vielmehr erwuchs daraus eine lebendige Freundschaft.

Um diese anhaltende Verbundenheit auch entsprechend zu feiern, kommt eine rund 50-köpfige Gruppe von Bürgern aus Dourdan vom 24. bis 26. Januar nach Bad Wiessee - angeführt von Bürgermeister Yves Tavernier. Dourdan war eine der ersten Städte in Frankreich, die den Wunsch von General Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer verwirklichte. Der damalige Vize-Bürgermeister Raymond Laubier und der Wiesseer Bürgermeister Hans Völkner waren die Gründerväter der französisch-bayerischen Freundschaft. Dabei war deren erste Begegnung im Elsass eher ein Zufall. Im Juli 1962 besuchte erstmals eine Delegation aus Dourdan den Kurort am Tegernsee. Kurz darauf gab sich auch Dourdans Bürgermeister Pierre Cecaldi die Ehre eines Besuchs in Bad Wiessee. Der Gegenbesuch der Wiesseer Verantwortlichen erfolgte im September 1962. Damals wurde der Entschluss gefasst, eine Partnerschaft zu gründen. Die entsprechende Urkunde wurde am 20. April 1963 unterzeichnet.

Zum großen Jubiläumsfest werden die Gäste aus Dourdan am Freitag, 24. Januar, gegen 13.30 Uhr auf dem Dourdanplatz in Bad Wiessee herzlich begrüßt. Am Nachmittag steht eine Wanderung zum Berggasthof "Bauer in der Au" auf dem Programm, wo Kaffee und Kuchen warten. Ein Treffen an der Schiffsanlegestelle Ortsmitte ist für Samstag, 25. Januar, geplant.

Kränze niederlegen

In Tegernsee wird das Heimatmuseum besichtigt. Es folgt eine Sonderführung durch die Barockkirche des Klosters. Um 18 Uhr legt eine kleine Gruppe Kränze am Kriegerdenkmal nieder. Um 19 Uhr beginnt im großen Wiesseer Postsaal für alle Gäste aus Frankreich sowie für ihre deutschen Gastgebern das große Jubiläumsfest. Neben den Bürgermeistern beider Partnerschaftsorte wird Landrat Norbert Kerkel ebenso anwesend sein, wie der Europaabgeordnete Alexander Radwan, der französische Generalkonsul Antoine Grassin aus München und die beiden Partnerschafts-Vorsitzenden Henri Jacquot aus Dourdan und Valérie Kuntze-Fechner aus Bad Wiessee, die in Dourdan geboren wurde. Für Unterhaltung sorgt die Wiesseer Blaskapelle. Die Jugendgruppe der Partnerschaft wird mit der Tanzaufführung "French Cancan" aufwarten. Ihr Können zeigt auch die Jugendgruppe der Wiesseer Trachtler. Noch nicht verraten wird eine Überraschungseinlage der französischen Gäste. Mit der Aufführung des "Te Deum" von Charpentier wird am Sonntag, 26. Januar, ab 10 Uhr ein ökumenischer deutsch-französischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche Bad Wiessees festlich von den Chören der katholischen und evangelischen Kirchen gestaltet. Anschließend gibt es einen Sektempfang im Wiesseer Kuramt mit Eintragung der Offiziellen ins Goldene Buch der Gemeinde. Dabei werden die Gäste den französischen Brauch des Dreikönigskuchens "Galette des rois" zelebrieren. Den Nachmittag verbringen die französischen Familien bei den gastgebenden Wiesseer Familien. Um 18 Uhr bringt der Bus die Franzosen zum Münchner Flughafen, von wo sie die Heimreise antreten.

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