Eingespieltes Duo: Die Geschwister Mayrhofer wagen ein Konzert-Experiment der Extraklasse. Zusammen mit dem Geretsrieder Isura-Madrigal-Chor brachten Pianist Gregor und Schlagzeuger Raphael eingängige Jazz-Kompositionen auf die Bühne des Geretsrieder Schulzentrums. Foto: Lippert

Rebellische Brüder jazzen mit Isura-Chor

Geretsried - Das Experiment ist gelungen: Das Geschwister-Duo „Imbrothersation“ aus Waldram traf erstmals auf den 30-köpfigen Geretsrieder Isura-Madrigal-Chor. Sie begeisterten mit modernem Jazz.

Lediglich eine Probe lag hinter den Instrumentalisten und Sängern. Ihr Konzert indes war so perfekt, als hätten sie schon immer gemeinsam auf der Bühne gestanden.

„Der Chor war gut vorbereitet, und Gregor ebenso wie Raphael sind wunderbar spontan - alle zusammen sind wir so musikalisch, dass der Abend wie geplant gelaufen ist“, sagte Johannes Buxbaum, der den Isura-Madrigal-Chor seit 2010 leitet. Die Initiative zum gemeinsamen Auftritt in der Aula des Geretsrieder Schulzentrums hatten die Sänger selbst ergriffen. Bei ihrer Konzertplanung überlegten sie, mit wem man einen unvergesslichen Abend gestalten könnte - und da waren ihnen schnell der Pianist Gregor (24) und der Schlagzeuger Raphael (22) Mayrhofer eingefallen. Die hatten der Idee sofort zugestimmt.

Der Abend, den rund 130 Interessierte miterlebten, war eine gelungene Premiere. „Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen“, wie die Beteiligten bestätigten. Zum Abschluss gab es einen lang anhaltenden Applaus. „Coming home“ war nach der Zugabe die Abschlussdarbietung eines wundervollen Abends.

Sanfte Piano-Klänge, kombiniert mit überraschenden Schlagzeugeinsätzen, variantenreich und stimmungsvoll - so verabschiedeten sich zwei Musiker vom Publikum, deren „Imbrothersation“ für „Frechheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ steht. Dass sie wunderbar miteinander harmonieren, spürte nicht nur das Publikum. Auch ihnen selbst wird es immer wieder bewusst: „Es passiert bei improvisierten Stücken, dass wir beispielsweise gleichzeitig eine Pause machen, obwohl es nicht abgesprochen war“, sagte Raphael, der sich und seinen Bruder als „zwei Heinis“ bezeichnete, die bei Auftritten als Duo so ziemlich alles machen können, was sie wollen. Der Isura-Madrigal-Chor hatte sie zwar ein bisschen gezügelt. Doch auch in diesem Rahmen gelangen ihnen rebellische Ausbrecher.

(njd)

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