Redn, wia uns da Schnobel gwachsn is

Dorfen: - Thal - Mundartliche Aussprache ist keine Schande. Trotzdem genieren sich viele Menschen, "boarisch" zu reden. Dabei ist laut eine Umfrage der bayrische Dialekt sogar der Sexieste.

"Mia soin ma redn, wia uns da Schnobel gwachsn is und uns ned geniern." Dazu hat Markus Tremmel, Sprecher beim Bayrischen Rundfunk, die Besucher eines Abends zum Thema "Mein Dialekt, mein ganzer Stolz" des Kulturvereins "Kirchberger Linde" auf gefordert. Dass "unsre schene boarische Sprach" schön langsam verschwindet und dass das heutige Hochdeutsche früher genauso ein Dialekt war wie das Bayrische, darauf machte Tremmel bei der Veranstaltung im Oldtimermuseum Thal aufmerksam.

"Unsa Dialekt is nix Verkehrts. Das Wort ‚König‘ ist um keinen Deut kultivierter als ‚Kini‘", betonte Tremmel. Er klinge vollwertiger und echt. Im gleichen Atemzug merkte er an, dass "echt" ein hochdeutsches Wort sei. "Ich möchte nicht sagen, dass das Hochdeutsche schlecht ist, aber es ist ein gequälte Angelegenheit, wenn wir es nicht können", erklärte Tremmel.

Dabei bestehe die hochdeutsche Sprache nur aus Dialektwörtern, darunter auch aus bayrischen Sprachgebräuchen. Zum Beispiel wurde das Wort "kriagn" in das hochdeutsche "kriegen" übernommen. Erst seit rund 100 Jahren gebe die "Hochsprache", bei der vor allem der sächsische Wortschatz bestimmend sei, den Ton an. "Im Norden gehört ‚Tschüß’ als Abschiedswort dazu, aber wenn ich es bei uns höre, dann reißt‘s mich immer", scherzte Tremmel. "Mia miasn so weiterredn, wia uns da Schnobel gwachsn is, damit de Junga gspannan, das des nix Verkehrts is", machte sich der Wambacher für seine Mundart stark.

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