Richter verbietet „Grattler“

- Schongau/Burggen – Dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmer Jürgen Bock ist es gerichtlich verboten, den Schauspieler, Ballettschulen-Betreiber und Landwirt Stephan Schuster als „Grattler“ zu bezeichnen. Dies besagt eine Einstweilige Verfügung, um die es gestern Vormittag in einer Verhandlung vor dem Amtsgericht in Schongau ging. Hält sich der Angeklagte aus Burggen nicht daran, so kann er mit einer Strafe bis zu 250 000 Euro bzw. mit einer Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten belegt werden, verkündete Richter Christian Mayer im Urteil.

von johannes jais <P>Lohnunternehmer Jürgen Bock erklärte nach der Verhandlung, dass er nicht locker lassen werde, damit Stephan Schuster eine noch offene Rechnung für Ernte- und Transportarbeiten im Juli 2006 bezahlt. Dies werde er nun anwaltlich durchsetzen. Wie Jürgen Bock und seine Frau Alexandra schildern, stehen &#8211; nach einer Anzahlung von 700 Euro &#8211; noch 5800 Euro aus. Stephan Schuster sieht die Forderung als überzogen an (wir berichteten am Samstag). <P>Vor Gericht räumte Jürgen Bock am Dienstag ein, dass er Stephan Schuster vor dessen Frau und dessen Bruder als &#8222;Grattler&#8220; bzw. als &#8222;größten Grattler im Oberland&#8220; bezeichnet habe. &#8222;Jawohl, das stimmt&#8220;, beantwortete der Burggener die Frage des Richters. Doch &#8222;Grattler&#8220; sei ein im Dialekt häufig verwendetes Wort. <P>Der Richter kommentierte, der Begriff &#8222;Grattler&#8220; sei nun mal herabwürdigend. Es handle sich um kein schlimmes Wort. Doch der Begriff sei negativ behaftet. Man dürfe jemanden nicht so beleidigen, selbst wenn Forderungen offen stünden. <P>K Die Nachwehen der Hochzeitsfeier <P>Stephan Schuster hatte in der Bräuwastlhalle in Peißenberg, die er vor zwei Jahren erworben hatte, im Mai 2006 für die Familie Bock &#8222;eine schöne Hochzeit ausgerichtet, weil&#8217;s ja Burggener sind&#8220;, wie er in der Verhandlung bekundete. Das Ehepaar hatte dafür Ende Juli 3240 Euro überwiesen. Schuster spricht dabei nur von einer &#8222;ersten Abschlagszahlung&#8220;. Jürgen Bock sagte vor Gericht, Schuster habe ihn in Burggen madig gemacht und herum erzählt, dass er die Rechnung für die Hochzeit nicht bezahle. <P>Die Klärung der finanziellen Forderungen war gestern jedoch nicht Thema in der Verhandlung. Das Ehepaar Bock besteht darauf, dass Schuster die Rechnung vom Oktober 2006 für Ernte- und Transportarbeiten endlich erfüllt. Dabei sei man ihm ohnehin schon entgegen gekommen, indem der Preis für einen Siloballen von gut 13 Euro auf 10,50 Euro heruntergesetzt worden sei. <P>Bock hat Christian Schulvater aus Weilheim als Anwalt eingeschaltet. Schuster lässt sich von Dr. Klaus Ferschl (Bichl) vertreten. <P>

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