Im Rollstuhl zum Mister Universum

- VON MARKUS LENZ Fürstenfeldbruck - Unfall, Querschnittslähmung, Rollstuhl. Eine persönliche Katastrophe, die im Normalfall das Ende jeder sportlichen Laufbahn bedeutet. Doch für Stefan Bitterauf fing mit seiner Behinderung die Karriere erst richtig an. Zuerst war das Training etwas, das dem 40-jährigen Brucker half, wieder ins Leben zurückzufinden. Jetzt ist er wohl der fitteste Rollstuhlfahrer der Welt und darf sich Mister Universum Fitness nennen.<BR>

<P>Stefan Bitterauf hat nach seinem Motorradunfall als 20-Jähriger einen unbändigen Willen bewiesen. 12 Monate lang lag der heute 40-Jährige im Krankenhaus. Doch für ihn war damals klar: "Das Leben ist viel zu schön um aufzugeben. Es muss weitergehen." Ohne seine Familie und Freunde, die damals ein starker Rückhalt für ihn waren, hätte er es aber nicht geschafft, erzählt er. Sport habe er schon immer gemacht, spielte Tennis und fuhr Ski. Bis zu seinem Unfall aber nur in der Freizeit, erst danach begann er mit extremem Leistungssport.<P>Bronzemedaille bei den Paralympics <P>Unmittelbar nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte, fing er an, Rollstuhlbasketball und -tennis zu spielen. Mit enormem Erfolg. Bis 1989 holte Bitterauf im Basketball den deutschen Meistertitel und die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften. Seine Tenniskarriere verlief noch besser: Bis 2001 nahm der 40-Jährige an Weltranglistenturnieren teil, errang mehrere nationale Titel im Einzel und Doppel. Höhepunkt aber war die Bronzemedaille bei den Paralympics 1992 in Barcelona.<P>2002 hörte er mit dem Tennis auf. "Nach fast 15 Jahren war einfach die Luft raus", sagt Bitterauf. Danach widmete er sich ausschließlich dem Fitness-Kraftsport. Der gebürtige Münchner, der seit 1996 in Fürstenfeldbruck lebt, war nun sieben Tage die Woche für rund eineinhalb Stunden im Fitnessstudio. Auch hier ließ der Erfolg des sportlichen Multitalents nicht lange auf sich warten. Seinen ersten offiziellen Wettkampf im Mai bei den internationalen österreichischen Fitness-Meisterschaften gewann er. Das war sein Ticket zur Mister-Universum-Wahl in Hannover im Juni. Zuvor hielt er zwei Monate eisern Diät. "Es gab nur Putenfleisch, Reis, Gemüse und Obst", so Bitterauf. Dazu das harte Training zusammen mit Coach Walter Kroll. "Irgendwann habe ich angefangen, von Hamburgern und Süßigkeiten zu träumen."<P>Warum er sich diese Tortur angetan hat, weiß er heute auch nicht mehr so genau. "Ich bin Löwe und extrem ehrgeizig. Wenn ich etwas mache, dann immer mit 100 Prozent." Diesen Einsatz wird Stefan Bitterauf sicherlich im Oktober wieder bringen. Im Englischen Southport will er sich den Weltmeistertitel holen.<P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Nicht allein mein Verdienst“: Eichstätt-Coach Mattes spricht über die Erfolgs-Story
Der Erfolgslauf des VfB Eichstätt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Mattes-Elf thront an der Spitze der Regionalliga und das im erst zweiten Jahr nach dem …
„Nicht allein mein Verdienst“: Eichstätt-Coach Mattes spricht über die Erfolgs-Story

Kommentare