Rot, grün, plopp - und trotzdem der Schnellste

- VON SABINE WITTMANN Warngau - Georg Plasa hat die Führung im FIA-European Cup ausgebaut, doch irgendwie hatte er sich das leichter vorgestellt. Ausgerechnet auf seiner Lieblingsstrecke in Verzegnis in Italien passierte dem Motorsportler des MSC am Tegernsee ein Riesenmalheur: Er würgte den Motor seines BMW ab.<BR>

<P>"So etwas ist mir noch nie passiert", erzählt Georg Plasa und schüttelt den Kopf. Ja, da schnellt der Blutdruck in die Höhe. Plasa war Favorit für das Rennen in Verzegnis. Zuvor hatte er das bei ihm nicht gerade beliebte EC-Rennen im tschechischen Usti nad Orlici trotz Regen und Erkältung für sich entschieden. Und nun hatte sich die Konkurrenz in Italien gerüstet: Bruno Ianello im Lancia und der Schweizer Bergmeister Reto Meisel im Mercedes lauerten genauso auf einen Fehler Plasas wie die gesamte italienische Tourenwagen-Spitze um Fulvio Giuliani. "Da war die Hölle los. Doch in meinem Wohnzimmer wollte ich mir nicht auf der Nase herumtanzen lassen", gab sich der 46-Jährige kämpferisch. Und gleich im Training gab der Warngauer der Konkurrenz mehr als acht Sekunden.<P>Noch vor dem Start des ersten Laufs hatte Plasa von dem Teilnehmerfeld geschwärmt: "Da waren die Ferraris, Porsches - ein Bild von einem Starterfeld." Der MSC-Pilot wusste: Er muss mit seinem BMW 320 V 8 Judd vorsichtig starten, da er grundsätzlich auf den ersten 120 Metern gegen die Allradwagen Zeit liegen lässt. Die Ampel sprang auf grün, und Plasas BMW machte plopp. Doch noch ehe er sich richtig ärgern konnte, war sein junger Mechaniker Andreas Weber bereits mit der Fremdstart-Batterie im Tragekoffer herbeigelaufen und hatte den Motor schon wieder gestartet. "Der hat den siebten Sinn gehabt", bemerkte Plasa erleichtert.<P>Da die Startzeit von zehn Sekunden noch nicht abgelaufen war, und der Hopser des BMW nicht die Lichtschranke ausgelöst hatte, gab der Warngauer Gas - und legte den besten Start des Wochenendes hin. Unter riesigem Jubel - unter den Zuschauern waren auch die Wiesseer Motorsportler Rainer Kathan und Florian Raith - gewann Georg Plasa den ersten und auch den zweiten Lauf und verbesserte seinen Streckenrekord um insgesamt zweieinhalb Sekunden. Währenddessen wurden Ianello mit Getriebeschaden und Meissel mit kaputter Kardan-Welle abgeschleppt.<P>

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