Ruh` über allen Wipfeln?

- VON THOMAS ZIMMERLY Dachau - Der Vorsitzende der Waldbauernvereinigung Dachau, Leonhard Mösl, hat es bei der Jahresversammlung im Gasthof zur Post in Schwabhausen gleich voran gestellt: "Ich habe mehrere erfreuliche Nachrichten", sagte er zu den rund 200 Mitgliedern und Ehrengästen, darunter Landrat Hansjörg Christmann, Bezirkstagsvizepräsident Josef Mederer und Forstamtsdirektor Gottfried Haug.<BR>

<P>"Wegen der kühlen Witterung hat der Borkenkäfer das Jahr 2005 nicht so mögen", berichtete der Vorsitzende erfreut, und auch in keine anderen Kalamitäten wie Stürme sei man gekommen. Trotz lahmender Baukonjunktur sei der Preis für den Festmeter Holz um acht Euro gestiegen, so Mösl, der folgenden Appell an seine Mitglieder richtete: "Wir sollten den Preis nutzen und Holz machen. Es ist ein schönes Geld zu verdienen."<P>Mösl stellte seine Bauern den Ölscheichs gegenüber und meinte, dass in Zeiten steigender Energiepreise "Holz mittlerweile sehr sehr interessant ist". Ein Kubikmeter Fichtenholz, so rechnete er vor, habe einen Wert von 96 Euro und entspreche daher 175 Litern Öl. Mösl sagte: "Die Nachfrage nach Brennholz wird immer größer", und wagte einen Blick in die Zukunft, "vielleicht verkaufen wir unser Holz einmal an Heizkraftwerke." Kein Waldbauer, so schloss er diesen Punkt ab, solle den Ster für unter 30 Euro verkaufen.<P>Ein neues Sägewerk (in Kösching) sei entstanden, ein weiteres (in Landsberg) sei geplant, fuhr der Vorsitzende fort. Beide - und noch andere - sind in der Hand österreichischer Firmen. "Das kann schnell zum Diktat werden", sagte Mösl, der Preisabsprachen befürchtet, "da werden wir aufpassen müssen."<P>Dass bei den Dachauer Waldbauern über allen Wipfeln Ruh` herrscht, wollte der Brucker Forstamtsdirektor Gottfried Haug nicht stehen lassen. Er erinnerte in seiner Stellungnahme daran, dass es im Landkreis nicht zuletzt durch Erbschaften und Verkäufe immer mehr Waldbesitzer gebe, die in der Materie nicht firm seien. Ihnen legt er ans Herz, sich dringend der WBV anzuschließen. Die Auswirkungen der seit Juli geltenden Forstreform treffen die Waldbauern schon heute, denn im Wesentlichen wird der Landkreis nur von einem Förster betreut, der laut Mösl "zum Polizisten degradiert wurde". Noch einen Dämpfer gibt es: Schon 2007 werden die Förderrichtlinien neu bemessen. Die EU kürze ihre Mittel sicher, führte Gottfried Haug aus, auch beim Bund bzw. dem Freistaat Bayern sei dies zu befürchten.<P>Zum Abschluss hielt Andreas Tyroller, Geschäftsführer der Forstverwaltung Oberbayern, einen Vortrag, der positiv stimmte. Der Titel lautete: "Neue Marktchancen für den Bauernwald - rosige Aussichten!"<P>

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