Von Schiffen, Frauenhelden und Mördern

- Markt Schwaben - Stolz blickte Bürgermeister Bernhard Winter auf die vielen Besucher, die zum Rathauskonzert ins Rathausfoyer nach Markt Schwaben gekommen waren. Die Stühle waren alle besetzt, selbst aus den Büros wurden noch welche angeschleppt. Die letzten Besucher mussten sich mit Stehplätzen begnügen. Dulcimore, die vier Musiker, die im Landkreis bereits seit Jahren eine große Fangemeinde haben, waren mit ihrem neuen Programm diesmal zu Gast. Es war ihr dritter Auftritt bei den Markt Schwabener Rathauskonzerten. <BR>

Besonders schön war bei diesem Konzert, das wie immer zum Nulltarif stattfand, dass viele Eltern ihre Kinder mitbrachten. Erstaunlicherweise lauschten sie andächtig und still. Eine riesige Ansammlung von Instrumenten bringen die Musiker jedes Mal mit, um ihre anglo-amerikanischen und irischen Folksongs so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Gitarre, Hackbrett und Blockflöten sind die unspektakulärsten Instrumente. <P>Interessant wird es schon, wenn die Dulcimer, die dem Ensemble Namensgeber war, erklingt. Sie ist eine Verwandte der Scherrzither sowie des Raffele und wird wie diese gespielt. Sigrid Koska spielt daneben aber auch noch eine irische Hakenharfe und einen Dudelsack. Markus Hiltl spielt neben der Gitarre noch Streichpsalter. Außer dem Hackbrett hat Brigitte Fritsch eine Concertina mitgebracht und Flötistin Petra Scheuring eine Gambe.<P>Die am schönsten klingenden Instrumente sind aber wohl die Stimmen der vier Musikanten. Sie klingen unglaublich homogen, wenn sie die alten irischen, walisischen und englischen Lieder singen. Damit auch jeder, der des englischen nicht perfekt mächtig ist, die Texte versteht, erzählen sie in Kurzversion die Inhalte. So singen sie in "The Seven Wonders", einem Lied aus Wales, von ganz eigenartigen Wundern, wie einem bleiernen Schiff, das schwimmt, während ein hölzernes versinkt. Mit dem "Black & White Rag" aus USA bringen sie richtig gute Laune in das Markt Schwabener Rathaus. In der Besetzung Dulcimer, Hackbrett, Gitarre und Blockflöte klingt dieser Ragtime ausgesprochen witzig. <P>Einen kleinen Krimi, der sich tatsächlich 1808 zugetragen haben soll, besingen sie in "Omie Wise". Im ersten Lied wird der feige Mord geschildert. Der Frauenheld Omie Wise bringt seine schwangere Freundin um, damit er sie nicht heiraten muss. Dafür folgt nach der Pause Teil zwei: die Bestrafung - der Mörder endet im Gefängnis. Gerechtigkeit muss sein! <P>Johanna von Schutter<P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

440 Kilometer rund um München: Mit neuem Radweg quer durch elf Landkreise
Das Münchner Umland hat viel zu bieten. Ein neuer Radweg soll auf 440 Kilometern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus Kultur und Natur verbinden. 
440 Kilometer rund um München: Mit neuem Radweg quer durch elf Landkreise

Kommentare