Schlaflose Nächte durch mysteriöse Brummtöne

- Landkreis – Das unerklärliche Brummen, das im Sommer 2004 erstmals in Haid auftrat, zieht Kreise – und wird stärker. „Ende November war die Hölle los“, berichtet Werner Hansen aus Haid. Dem Gesundheitsamt in Weilheim wurde Ende letzten Jahres ein Brummton aus Peiting gemeldet. In Peißenberg spürt eine Frau zugleich ein Vibrieren des Kellerbodens. Das Gesundheitsamt konnte bislang kein Brummen nachweisen.

Werner Hansen ist seit über zwei Jahren auf der Suche nach der Ursache für das Wummern, das ihm den Schlaf raubt. Zuerst habe er an einen Baustellengenerator mit Dieselmotor oder eine Bohrung geglaubt und alle Baustellen im Umland aufgesucht. Dort wurde er ebenso wenig fündig wie bei Blockheizkraftwerken und Industrieanlagen.

In Peißenberg leidet eine Frau unter dem Brummen. Sie, die namentlich nicht genannt werden möchte aus Angst, nicht ernstgenommen zu werden, verspürt im Keller auch ein Vibrieren des Bodens. Selbst als alle Geräte ausgeschaltet und der Strom abgestellt war, brummte und vibrierte es ihren Worten nach. Einer Meldung aus Peiting über einen Brummton ist das Gesundheitsamt laut dessen Chef Dr. Karl Breu Ende letzten Jahres nachgegangen. Breu: "Es konnte nichts nachgewiesen werden. "

Inzwischen hat sich in Bad Waldsee die "Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons e.V." (IGZAB) gegründet. Esoterische und pseudowissenschaftliche Erklärungen lehnt die IGZAB ebenso ab wie Verschwörungstheorien und Geschäftemacherei, heißt es auf der Homepage (www.brummt.de). Eine Umfrage habe ergeben, dass 73 Prozent von 651 Betroffenen in der Nähe einen Mobilfunksendemasten haben. Hansen hält für möglich, dass die gepulste Strahlung der Sender das Brummen auslösen könnte -ähnlich dem wissenschaftlich dokumentierten Mikrowellenhöreffekt. Es fehlt, so Hansen, bislang aber an Beweisen.

Beweise sind aber laut Herbert Kollmannsberger nötig, um etwas gegen das Brummen unternehmen zu können. Nach Worten des Umweltingenieurs am Landratsamt in Weilheim müsste das Geräusch nach anerkannten Regeln der Technik nachgewiesen werden und mit gesetzlichen Grenzwerten verglichen. Nur wenn diese erreicht oder überschritten würden, hat es nach seiner Einschätzung Sinn, Verursacher zu suchen. Selbst wenn dieser ausfindig gemacht werden könnte, gebe es keine Garantie, dass dieser das Problem auch abstelle.

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