Schnürsenkel gehören auch dazu

Grafing - Der Wechsel zum Shorttrack-Stützpunkt nach Dresden hat sich für Susanne Rudolph gelohnt. Die Grafingerin hat ihre Bestzeiten gesteigert und EM-Silber mit der Staffel geholt.

Noch zwei Wochen. Susanne Rudolph fiebert ihrem „Heim“-Weltcup entgegen. Die Shorttrack-Veranstaltung der Weltelite findet nämlich vom 13. bis 15. Februar in Dresdens Freiberger Arena statt, bekanntlich seit dieser Saison die Trainingsstätte der Grafinger Kufenflitzerin.

Der sportliche Umzug hat sich für die Zeitsoldatin der Sportförderkompanie Neubiberg „auf alle Fälle gelohnt“. Schließlich habe sie ihre Bestzeiten gesteigert, „das sieht man deutlich auch an den Trainingsgeschwindigkeiten“, so Rudolph. „Der Umfang an sich ist nicht mehr geworden, aber wir trainieren mit Eric Bedard, dem neuen Bundestrainer, intensiver.“ Zweimal zwei Stunden sind das am Tag, dazu ein einstündiges Aufwärmen und eine entsprechende Nachbereitung. „Es ist vom Pensum wesentlich mehr – mit weniger Pausen“, so die Grafingerin.

Ihrem Trophäenschrank hat das bisschen Mehr auch gut getan. Bei der EM in Turin wurde es zwar im Einzel der etwas enttäuschende 21. Rang, aber sie konnte ihren Staffel-Medaillensatz komplettieren: Nach Gold (2007) und Bronze (2008) wurde es diesmal Silber.

„Es passiert viel, eigentlich immer etwas“, weiß Rudolph. Und das musste sie ausgerechnet im EM-Achtelfinale über die 500 Meter erfahren. „Da habe ich beim Start beim ersten Schritt so viel Druck gemacht, dass mir der Schnürsenkel gerissen ist. Mit einem offenen Schuh war nichts mehr zu machen.“ Aus der Traum von einer Einzelmedaille über ihre Lieblingsstrecke. „Ärgerlich“, sei es gewesen, „das habe ich noch nie gehabt, aber daraus lernt man.“ Denn in der Zeit danach gab es „diverse Male einen dummen Spruch von Kolleginnen und Trainern“. Inzwischen prüft sie ihre Schnürsenkel vor jedem Lauf intensiv. Auch hier hat sich Susanne Rudolph verbessert.

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