Ein Schwimmbecken für die Elefanten in Hellabrunn

München - Die Elefanten im Tierpark Hellabrunn haben seit Donnerstag eine 500 000 Euro teure, neue Außenanlage. Im großen Wasserbecken werden sie aber erst im Frühjahr baden können.

Das 3000 Quadratmeter große Areal vor dem denkmalgeschützen Elefantenhaus entsprach nicht mehr den Anforderungen der modernen Tierhaltung. Eine plane Fläche mit nur wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten war hier. Und ein Trockengraben zog sich rund um das Freigelände: "Der war statisch und zoologisch nicht mehr tragbar", sagt der Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz, der das Projekt leitete. Nach vier Monaten Bauzeit halten die Elefanten jetzt nur noch Seile und sogenanntes Elektrogras -­ an Pflanzen angebrachte elektrisch geladene Stangen -­ vom Ausbüxen ab. Auch der bisherige Untergrund des Freigeländes war alles andere als ideal für die Elefanten. Die Steine im Boden bargen nicht nur eine Verletzungsgefahr für die Tiere: "Wenn ein Besucher etwas zu den Elefanten ins Gehege geworfen hat, haben die schon mal aus Frust mit einem Stein zurückgeworfen", weiß Ritz.

Das wird jetzt nicht mehr vorkommen. 500 000 Euro hat der Umbau gekostet. Und neben dem 40 Zentimeter hoch aufgeschütteten, fußfreundlichen ­- und steinfreien ­- Spezialsand gibt es nun auch eine Felsenanlage. Elefanten beim Bergsteigen? "Das sind asiatische Elefanten, die klettern gerne." Und während Ritz das sagt, turnt bereits der erste Elefant auf den Steinbrocken.

Landschaftsarchitekt Ritz ist in fast eineinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit zum Rüsseltierexperten geworden. Dass die Tiere ihre Anlage am Donnerstag sofort in Beschlag nehmen, freut ihn: "Das haben sie sich verdient", sagt er, "die hatten auch ganz schön mit dem Baulärm zu kämpfen."

Ein Kampf war auch jene Zeit, in der die Elefantenpfleger, Tierparkdirektor Henning Wiesner und das Architektenteam jedes Detail der neuen Anlage besprachen. Wo wird die Lehmsuhle platziert, in der die grauen Riesen sich so gern wälzen. Wohin kommt der neue, große Sandplatz. "Wir haben sogar zusammen andere Zooanlagen in Leipzig, Augsburg und Nürnberg besucht", berichtet Ritz.

Neugierig wagt sich Mangala in den großen Graben hinunter, rüsselt an der Betonwand herum. Das Badebecken, das noch leer bleiben muss, weil es im Winter vereisen würde, ist das Highlight der neuen Anlage: 500 Quadratmeter groß, von zwei Seiten zugänglich, mit zwei Wasserfällen, an der tiefsten Stelle 2,50 Meter tief. "Da können alle fünf Elefantenkühe gleichzeitig schwimmen", erklärt Parkinspektor Reinhard Zenau. Zuvor hätten die Tiere nur einzeln in einem Kleinbecken baden können. An Ostern sollen die grauen Riesen erstmals ins Wasser dürfen. "Wenn es warm genug ist", sagt Zenau, "sonst erkälten sich die Tiere, das ist genau wie beim Menschen."

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