SCR: Bürge dringend gesucht

- Garmisch-Partenkirchen - Politischen Druck hatte Thomas Schmid versprochen, um bei der Rettung der zahlungsunfähigen Vermarktungs-GmbH des SC Riessersee noch einmal alle Register zu ziehen. Eine Trumpfkarte des Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisters hieß und heißt dabei Alexander Dobrindt. Und der CSU-Bundestagsabgeordnete ließ seinen Parteikollegen nicht im Stich. Er suchte das Gespräch mit der Bundesagentur für Arbeit in Weilheim, genauer mit deren Chef Ferdinand Pilzweger. Das Ergebnis: Sollte sich ein zahlungskräftiger Geldgeber finden, der für die SCR-GmbH in Vorleistung geht, also als Bürge auftritt, steht einem Okay der Agentur für Arbeit zum Insolvenzplan nichts im Wege.<BR>

"Ich bin der Letzte, der auf stur stellt", betonte Pilzweger gestern und bestätigte generell seine Gesprächsbereitschaft in Sachen SC Riessersee. "Ich bin nicht verbohrt, nur in dieser Form geht es nicht weiter." Sollte es dem Insolvenzverwalter möglich sein, inhaltlich "nachzulegen", würde die Agentur für Arbeit ihre Zustimmung geben. Als solventen Partner, der die Agentur für Arbeit im Fall der Fälle entlastet, könne sich Pilzweger beispielsweise die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen vorstellen, "wenn sie so viel Vertrauen in die Gesellschaft hat". Die Summe der Bürgschaft könnte sich im Bereich von zwei Monatsgehältern und Krankenkassenbeiträgen für das komplette Personal bewegen, gab der Vorsitzende Geschäftsführer der Agentur in Weilheim Einblick in seine Gedankenspiele. Für eine Oberliga-Mannschaft nach den Plänen von Ralph Bader würde das wohl zwischen 70 000 und maximal 100 000 Euro ausmachen.<P>Auch Alexander Dobrindt, der Pilzwegers Argumente nachvollziehen kann, nimmt nun die Marktgemeinde in die Pflicht: "Die müssen jetzt Gesellschafter sollen<P>Summe stemmen<P> Ideen bringen." Der Abgeordnete sieht die Kommune aber nicht unbedingt als Geldgeber, der dem Arbeitsamt das Risiko reduziert.<P>Da konnte Thomas Schmid gestern aus dem fernen Miami nur beipflichten. "Die Gemeinde wird zunächst einmal keine Bürgschaft übernehmen", stellte der Rathauschef klar, der die Entwicklung aber als "erfreulich" einstufte. Zunächst sollten die neuen Gesellschafter versuchen, die Summe zu stemmen. Falls dies nicht funktioniert, müsse neu überlegt werden - dann zusammen mit der Gemeinde. Um alle Möglichkeiten auszuloten, wird es schnellstmöglich ein Drei-Mann-Gespräch geben - mit Schmid, Dobrindt und Pilzweger.<P>Welche rechtlichen Konsequenzen sich aus der neuen Situation ergeben, konnte keiner der Beteiligten abschätzen. "Da streiten sich viele Rechtsgelehrte", meinte Pilzweger. Aus dem Büro von Insolvenzverwalter Dr. Martin Prager war keine Stellungnahme zu bekommen.<P>Christian Fellner<P>

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