Seminarzentrum statt Fürstensitz

- Schloss Pähl steht seit Oktober zum Verkauf

VON GERHARD TURBA Pähl - Derzeit steht das in der Ortsmitte gelegene Schloss Pähl (fast) leer. Doch Andreas Botas, auf Luxus-Immobilien spezialisierter Makler, ist seit Monatsbeginn damit beschäftigt, wieder Leben in das 20 000 Quadratmeter große Anwesen zu bringen. Er sucht Interessenten für das 1550 erbaute Schloss, dessen Kaufpreis 4,8 Millionen Euro beträgt.

Noch gehört das Anwesen der Fürstenfamilie Wrede, die ihren Stammsitz in Ellingen (Mittelfranken) hat. Die im 1. Weltkrieg hochdekorierte Krankenschwester Marie-Ilka von Wrede hatte als Hebamme über fast fünf Jahrzehnte bis 1970 ein Entbindungsheim im Schloss Pähl betrieben. Anfang der 80er Jahre zog ein Arzt aus Berlin samt Wohngemeinschaft dort ein, der sich, als Gegenleistung für die relativ geringe Pacht, um die Sanierung von Schloss und Nebengebäuden kümmerte. Doch der Mietvertrag lief Ende vergangenen Monats aus; von den ehemals sechs Parteien wohnt nur noch eine Familie in dem Schloss, die es in Schuss hält und bewacht.

Laut Botas haben sich die ursprünglichen Überlegungen, das Schloss mit 300 Quadratmetern Wohnfläche zum Wrede`schen Familiensitz auszubauen, nach einem Generationswechsel im Haus zerschlagen; der Verkauf stehe seit kurzem "definitiv fest", seit Oktober "ist das Objekt auf dem Markt". Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet, doch kommt für Botas - nach eigenem Bekunden auf dem Schloss zur Welt gekommen und diesem wie dem Ort Pähl "besonders verbunden" - nicht jedermann in Frage. Er könne sich das Anwesen als Sitz einer Stiftung, als Schulungs- und Seminarzentrum für größere Firmen oder als Kunststätte vorstellen. "Der Traum ist eine halböffentliche Nutzung", sagt Botas - also eine, die zumindest gelegentlich auch der hiesigen Bevölkerung offensteht.

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