Bei sengender Hitze im Aufzug eingesperrt

- Feuerwehr kritisiert Bahn

VON STEFAN WEINZIERL Olching - "Muss man denn so lange warten, bis etwas Schlimmeres passiert? Bis jemand einen Hitzeschlag oder einen Kreislaufkollaps bekommt?" Erich Gierster, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Olching, ist derzeit nicht gut auf die Deutsche Bahn zu sprechen. Zweimal in den vergangenen Tagen mussten seine Kameraden am S-Bahnhof Olching Fahrgäste aus dem Fahrstuhl befreien. Obwohl die Eingesperrten den Alarmknopf im Fahrstuhl gedrückt hatten, kam ihnen niemand zu Hilfe.

Am Dienstag vergangene Woche war laut Gierster eine 70-jährige Frau in dem Behindertenfahrstuhl stecken geblieben. 40 Minuten lang musste die Rentnerin in dem Glaskasten ausharren, ehe überhaupt jemand auf ihr Klopfen und ihre Hilfeschreie aufmerksam wurde. "Das liegt daran, dass der Aufzug hinter dem Treppenaufgang liegt", erklärt der Feuerwehr-Kommandant. Seine alarmierten Kameraden konnten die Frau innerhalb von fünf Minuten befreien. Danach wurde der Aufzug die weitere Nutzung gesperrt.

Umso verwunderter waren die Brandhelfer, als sie vorgestern erneut ausrücken mussten, um eine Familie mit zwei Kindern aus dem selben Aufzug befreien mussten. Dieses Mal hatten die Eingesperrten bei einer Außentemperatur von rund 35 Grad etwa 20 Minuten ausharren müssen, bis jemand auf sie aufmerksam wurde.

Beide Male, betont Gierster, hätten die Fahrgäste den Notfallknopf gedrückt. Auf eine Antwort, geschweige denn Hilfe, hätten sie vergebens gewartet. Die Feuerwehr geht davon aus, dass beide Mal ein technischer Defekt für das Steckenbleiben des Fahrstuhls verantwortlich ist. "Wenn sich so etwas häuft", meint Gierster, "muss man den Aufzug halt mal richtig reparieren."

Zwei Pannen noch kein Grund zum Einschreiten

Doch zwei derartige Pannen innerhalb einer Woche sind für die Bahn noch kein Grund einzuschreiten. "Der Aufzug ist eigentlich nicht auffällig", erklärt Bahnsprecherin Bianca Walter. Dass sei erst der Fall, wenn beispielsweise "innerhalb von zwei Tagen fünf Mal jemand stecken bleibt". Überhaupt wusste Walter nur von dem Vorfall am Montag. Darüber wurde sie von der Firma ADT informiert. Je nachdem, wer für den Aufzug verantwortlich ist, erklärt Bianca, gingen die Notrufe entweder bei der Störungszentrale der Bahn oder bei ADT ein.

"Im Fall Olchinger Bahnhof ist ADT zuständig, mit der wir einen Vertrag haben", betont die Bahn-Sprecherin. Diese müssten dann auch Hilfe schicken, um die Eingeschlossenen zu befreien und den Aufzug wieder zu reparieren. Dass könne natürlich eine Zeit dauern. Dass die Fahrgäste bei einer solchen Hitze in der Aufzugskabine ausharren müssten, sei zwar bedauerlich aber schließlich "ist es momentan überall heiß." Von der Firma ADT war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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