Was sich im Kraftwerk verbirgt

- Kinsau – Strom für rund 10 000 Haushalte liefert das Wasserkraftwerk in Kinsau, ohne dass ein Mann vor Ort ist. Um einen Blick in das Innere des Kraftwerks zu werfen, öffnet Heinrich Keller die Türen.

&#8195;von rosi geiger <P>Die Landsberger Werkleitung der &#8222;E.ON Wasserkraft GmbH&#8220; kümmert sich um alle 22 Laufwasserkraftwerke am Lech sowie um den Forggenseespeicher bei Roßhaupten. In Kinsau ist nur dreimal wöchentlich jemand zum Kontrollrundgang anwesend sowie zu Wartungs- und Reparaturarbeiten, was bei dem neuen Kraftwerk noch relativ selten notwendig ist. <P>Schon im Jahre 1907 wurde der Lech bei Kinsau als interessanter Standort für die Energiegewinnung erkannt. In der Holzschleiferei fanden viele Männer aus Kinsau und Umgebung einen Arbeitsplatz, und mittels einer Zahnradbahn wurde der Holzschliff zur Bahnlinie gebracht. Später wurde die Anlage zur Stromerzeugung umgebaut, was bis 1990 Bestand hatte. <P>Mit einem Kostenaufwand von 94 Millionen Mark, davon gingen rund 30 Millionen Mark in den Naturschutz, baute die Bayerische Wasserkraftwerke AG bis 1992 ein komplett neues Werk. &#8222;Unter momentanen Bedingungen würde das Kraftwerk in dieser Ausführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht gebaut werden&#8220;, erläutert Heinrich Keller, Leiter der Maschinentechnik in der Landsberger Werkleitung. Um mit dem Apfeldorfer am Kinsauer Werk ein Gespräch zu führen, musste schon ein eigener Termin vereinbart werden, denn Keller ist eigentlich nur bei besonderen Arbeiten und Störungen vor Ort. <P>Rund 130 Mitarbeiter und 30 Auszubildende sind bei der &#8222;E.ON Wasserkraft GmbH&#8220; für die 23 Kraftwerke am Lech zuständig. Während die anderen 21 Laufwasserkraftwerksanlagen schon zwischen 1940 und 1984 gebaut wurden, ist Kinsau das neueste Werk der E.ON Wasserkraft am Lech. Auch im Vergleich zu den 133 Wasserkraftwerken, die deutschlandweit betreut werden, gehört Kinsau zu den modernsten. <P>&#8222;Die Standorte sind ausgegangen, oder sie sind wie beim Landsberger Lechwehr so problematisch, dass sie nicht realisiert werden konnten&#8220;, nennt Heinrich Keller als Gründe, weshalb dieser Anlage bisher keine weiteren Neubauten folgten. In Kinsau werden 42 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugt, was den Stromverbrauch von rund 10000 Haushalten deckt. Es ist aufgeteilt in ein Kleinkraftwerk, das zur Beschickung des alten Lechs dient, und ein großes Kraftwerk, das die Hauptwassermenge aufarbeitet. <P>Im Jahresmittel durchlaufen 79 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Gesamtanlage. Die beiden Kraftwerke sind so ausgelegt, dass bis zu 140 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Turbinen fließen können. Für den Hochwasserfall wurden zusätzlich vier Wehrfelder eingebaut, die maximal 1400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen können. Schmunzelnd erinnert sich Heinrich Keller an das Hochwasser 1999, als ein Schaulustiger hinterher fragte, ob das Wasser schon wieder aus dem Kraftwerk sei. Doch das Kinsauer Werk ist so konzipiert, dass bei starkem Hochwasser der Eingangsbereich überflutet wird und durch die entsprechend abgedichteten Türen niemals Wasser ins Innere gelangen kann. <P>

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