Die Siedlung bei Tuzzo

- Ort Tutzing existiert seit dem sechsten Jahrhundert

VON CONNY SÜSS Kommt Baldham (Kreis Ebersberg) von "Bald ham`mas?" und wurde der Name Nassenfels (Kreis Eichstätt) von einem witterungsbedingt stets feuchten Stein abgeleitet? In der Serie "Ortskern" erläutern wir in loser Folge die Entstehungsgeschichte oberbayerischer Ortsnamen.

"Tutzing ist ein bajuwarischer Name", erklärt Kreisheimatpfleger Gerhard Schober zunächst. "Der Ort gehört mit zu den ältesten Gründungen aus der Landnahmezeit im sechsten Jahrhundert." Woher der Ortsname Tutzing (Kreis Starnberg) stammt, könne nicht ganz genau gesagt werden. "Vermutlich von einem Personennamen, Tuzzo oder so ähnlich", sagt Schober. Wer dieser Tuzzo aber gewesen ist, welche Stellung er früher inne hatte, könne nicht nachvollzogen werden, so der Kreisheimatpfleger. Es könne aber davon ausgegangen werden, dass jener Tuzzo verantwortlich für eine bestimmte Personengruppe war. "Damit bedeutet Tutzing so viel wie ,die Siedlung bei Tuzzo und seinen Leuten`", erklärt Schober.

Wichtige Belege des Siedlungsnamens sind etwa um 980 Tutcingun, 1056 Tuzzingen, 1476 Totzing und 1557 schließlich Tutzing. "Eine Zeit lang hat man Tutzing sogar mit D geschrieben, also Dutzing", weiß Gerhard Schober. "Das habe ich in Quellen aus dem 17. Jahrhundert schon ein paarmal gelesen."

Die Gemeinde Tutzing, zu der die Ortsteile Diemendorf, Kampberg, Monatshausen, Neuseeheim, Ober- und Unterzeismering, Rößlsberg und seit der Gebietsreform im Jahre 1978 auch die Orte Traubing, Obertraubing und Deixlfurt gehören, hat 9300 Einwohner und gehört damit zu den größten Gemeinden im Landkreis.

Auch interessant

Kommentare