Großeinsatz der Polizei an Klinik in Deggendorf: Patient hat Mitpatientin als Geisel genommen

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Der Silberdistel zuliebe

- VON ANDREA GRÄPEL Andechs - Das Fünfseenland ist nicht nur die Badewanne Münchens, auch die großflächigen Schutzgebiete machen den Landkreis zu einem beliebten Ausflugsziel. Insgesamt gibt es 77 Naturdenkmäler. Eines davon ist der Bäckerbichl in Andechs - im Herbst und Frühling beliebtes Ziel, weil hier seltene Pflanzen einen ganz speziellen (Farb)Ton angeben. "Leider", so Eduard Binder, der den Moränenhügel seit Jahren pflegt, machten die Ausflügler vieles kaputt.<BR>

<P>Der Erlinger Eduard Binder hat 27 Jahre im Landratsamt, in der Unteren Naturschutzbehörde gearbeitet. Als der Bäckerbichl - seinen Namen hat er von seinem Vorbesitzer, dem Erlinger Bäcker - vor etwa zehn Jahren in den Besitz des Landkreises überging, war es für Aufwändige<P>Handarbeit<P> den Naturliebhaber Binder keine Frage, die Pflege zu übernehmen. Ein harter Job, den er sich ausgewählt hat. Denn der mittlerweile 66-Jährige mäht und recht den Hügel - mit der Hand. "Der Bichl ist zu steil, als dass man ihn mit einem Traktor befahren könnte", erklärt Binder. Mindestens drei Tage braucht er dafür, denn Helfer hat er nicht. Aber der Erlinger hat immer noch Spaß an dieser Arbeit, "es können einem andere ja auch gar nicht recht machen".<P>Zurzeit blickt Binder allerdings mehr mit Sorge zum Naturdenkmal Bäckerbichl. Die Küchenschelle steht in voller Blüte und taucht den Hügel in ein wunderschönes Farbbad. Das zieht freilich die Ausflügler an. Im Grunde stören die Besucher Binder wenig, allerdings weichen sie häufig vom Weg ab und lassen ihre Hunde frei laufen. Für die seltenen Pflanzen kann das den Tod bedeuten. "Die Silberdistel zum Beispiel gibt es fast nicht mehr. Zum Teil sind sie nachts gekommen und haben die Pflanzen ausgegraben", bedauert der Erlinger. Dabei könne diese Distel nirgends anders als auf dem trockenen Boden des Moränenhügels gedeihen. Binder: "Die Leute wissen gar nicht, was sie anrichten." Und freilaufende Hunde scharrten teilweise ganze Löcher in den Boden und zerstörten damit die ebenso seltene wie sensible Flora.<P>Manchmal, wenn Binder wieder viele Autos am versteckten Pfad zum Bäckerbichl sieht, schaut er nach dem Rechten. "Aber es gibt immer wieder schwarze Schafe, da braucht man gar nicht reden, man bekommt nur dumme Antworten." Dabei will Binder gar nicht viel. Nur, dass die Leute auf dem Trampelpfad bleiben und ihre Hunde anleinen - den Küchenschellen, dem Enzian und der Silberdistel zuliebe.<P>

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