SPD: BA-Chef Schwindel ist frauenfeindlich

- VON SARAH SCHUHEN Im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching ist es bei der Debatte um die Frauengesundheitswoche in München zum Eklat gekommen. Der BA-Chef Thomas Schwindel (CSU) sorgte für Aufruhr, als er sagte: "Ich bin nicht bereit, Beckenbodengymnastik für Lesben über 40, die auch noch Migrantinnen sind, zu unterstützen." Die SPD-Fraktion reagierte empört und forderte von Schwindel eine Entschuldigung für diese "frauenfeindliche" Äußerung. Dies lehnte Schwindel jedoch ab.<BR>

<P>Der BA-Vorsitzende berief sich nach den Protesten der SPD auf das Programm der Frauengesundheitswoche. Darin heißt es: "Wir wollen auch wieder ganz besonders Frauen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Migrantinnen zum Mitmachen bewegen." Es gebe nichts, wofür er sich entschuldigen müsse, sagte Schwindel: "Das steht alles hier drin." Er führte aus, dass er das Programm für einen "rechten Schmarrn" halte und bekräftigte seine umstrittene Aussage.<P>"Kein Geld für lesbische Migrantinnen über 40" <P>Anlass der Debatte war eine Anfrage des Referates für Umwelt und Gesundheit an alle Bezirksausschüsse, sich an der Frauengesundheitswoche zu beteiligen. Sie findet unter dem Motto "Lust auf Bewegung" vom 8. bis zum 19. Mai statt. Der Sozialausschuss des BA 18 erarbeitete daraufhin ein eigenes Programm und stellte es im Plenum vor. Die Sozialpolitiker des Stadtteils wollen sich unter anderem mit einer Frauenwanderung von Großhesselohe nach Siebenbrunn beteiligen, bei der unterwegs eine Kneipp-Kur absolviert wird. Geplant ist auch eine Aqua-Gymnastikstunde beim Frauenbadetag am Mittwoch Nachmittag im Hallenbad an der Klausener Straße. "Wir haben im Sozialausschuss bei dem Thema an Gesundheit gedacht und wollten etwas für unsere Bürgerinnen veranstalten", sagte Christa Knappik (SPD). Mit diesem Eklat habe sie nicht gerechnet.<P>Clemens Baumgärtner (CSU) fasste die Bedenken seiner Fraktion gegen die Frauengesundheitswoche zusammen: "Es hat keinen Sinn, für so etwas Geld auszugeben." Wenn man schon Geld für Sport ausgebe, "dann langfristig und für alle." Die Frauengesundheitswoche sei "zu speziell". Da einige CSU-Mitglieder in dieser Sitzung fehlten, setzte die SPD ihr Programm für die Frauengesundheitswoche am Ende der Debatte mit elf zu zehn Stimmen knapp durch.<P>

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