Sponsoren mit ins Boot holen

- VON ANDREAS SEILER Murnau - Die Überlegungen, das Murnauer Schloßmuseum auf Sparkurs zu bringen, werden konkreter. In der Kämmerei wird die Umwandlung in die privatrechtliche Betriebsform einer gemeinnützigen GmbH favorisiert. Ein Trägerverein könnte dann das jährliche Defizit übernehmen. Der Vorteil: Die Gemeinde müsste das Minus nicht mehr alleine schultern, es könnten auch Förderer und Mäzene als zahlende Mitglieder mit ins Boot geholt werden. Völlig offen ist, wie in einer solchen Konstruktion die Kompetenzen und Mitspracherechte verteilt werden. Voraussichtlich im Mai oder Juni will sich der Gemeinderat mit dem Thema beschäftigen (siehe Kasten).<BR>

<P>Zum Hintergrund: Der renommierte Kulturexperte Prof. Dr. Karl-Ernst Bungenstab hatte der Kommune im vergangenen Jahr in einem Gutachten empfohlen, für den Gemeinde-Betrieb Schloßmuseum eine privatrechtliche Betriebsform zu wählen. Mit dieser Umwandlung könnte man sich von bürokratischen Beschränkungen befreien und "zusätzliche Ressourcen" aktivieren, so sein Resümee. Im Gemeinderat ist man bereits seit Jahren auf der Suche nach Wegen, wie die Kosten des Kulturbetriebs gesenkt werden können - ohne Qualität zu verlieren.<P>Im Schnitt verursacht das Schloßmuseum jedes Jahr ein Defizit in Höhe von 350 000 Euro. 2005 belief sich der Zuschussbedarf auf 460 000 Euro - wobei Sonderbelastungen wie die Kosten für das genannte Gutachten und einen Umbau angefallen waren. Zusätzlich brachen im Vergleich zum Jahr davor die Einnahmen (Eintrittsgelder, Katalogverkauf) um fast 100 000 Euro ein. Defizite in dieser Größenordnung zu tragen, übersteige die Leistungsfähigkeit der Gemeinde, erklärt Kämmerer Hubert Süß. Eine Änderung der Betriebsform sei "zwingend notwendig", so der Fachmann, um betriebswirtschaftlicher und sparsamer zu werden.<P>Am sinnvollsten erscheint dem Kämmerer die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH. Dies hatte auch der Gutachter vorgeschlagen. In einem solchen Fall bliebe die Gemeinde natürlich Eigentümer des Hauses, der Betrieb würde von einer GmbH gemanagt. Träger dieser Gesellschaft, so die weitere Überlegung, könnte ein Verein sein. Dessen Mitglieder wären neben der Gemeinde eine Reihe an Gruppen wie eine Stiftung sowie Personen, die das Schloßmuseum finanziell unterstützen. Allerdings sind - sollte sich der Gemeinderat für diese Konstruktion entscheiden - noch viele Fragen offen. Zum Beispiel: Wer hat in dem Verein das Sagen? Wäre die Gemeinde überhaupt bereit, Einfluss abzugeben?<P>Kostendeckung von<P>mehr als 50 Prozent<P><P>Es sei erstaunlich, erklärt Leiterin Brigitte Salmen, dass sich die Kritik immer auf die Kosten des Schloßmuseums konzentriere. Dabei werde mit einer Kostendeckung von mehr als 50 Prozent sehr wirtschaftlich gearbeitet. Die Änderung der Trägerschaft sei für eine dauerhafte und gute finanzielle Lösung nicht entscheidend. Es komme vielmehr darauf an, eine Unterstützung von privater Seite zu finden. "Da ich in dieser Hinsicht zuversichtlich bin, wäre es sinnvoll, es unter verbesserten Entscheidungsstrukturen bei einem Regie-Betrieb der Gemeinde zu belassen", erklärt die Kunsthistorikerin.<P>

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