Auf den Spuren des Urgroßvaters

- Gautinger Geschwister gewinnen bei Schulwettbewerb ersten Preis

VON CHRISTINE CLESS-WESLE Gauting - Beim bayerischen Schulwettbewerb für Ortsgeschichte unter dem Titel "Erinnerungszeichen finden" haben zwei Gautinger den ersten Preis auf Bezirksebene gewonnen. Die Geschwister Marianne und Christian Schwarz, Schüler des Otto-von-Taube-Gymnasiums, hatten eine historische Arbeit über ihren Urgroßvater eingereicht. Nach dem Ingenieur, Brückenbauer und Münchner Universitäts-Professor Wilhelm Schachenmeier (1882-1927) ist in Neuhausen eine Straße benannt.

Das öffentliche Wirken ihres Urgroßvaters zu erforschen und dabei zugleich einen persönlichem Bezug zu haben - diese Aufgabe hat Marianne (14) und Christian (11) gereizt. Als Ende des Aufwändige Recherchen in Stadtarchiven Schuljahres 2002 das Faltblatt für den Wettbewerb verteilt wurde, kamen sie auf die Idee, eine kleine Biografie über den Urgroßvater zu verfassen.

Von der Münchner Schachenmeierstraße war ihnen der Vorfahre mütterlicherseits bereits bekannt. Es folgten Zeitzeugenbefragungen und aufwändige Recherchen im Münchner und Kölner-Stadtarchiv. Sybille Schwarz, Enkelin des Brückenbauers, hat ihre Kinder dabei unterstützt, zumal Minderjährigen keine Original-Dokumente ausgehändigt werden dürfen.

Den ersten Teil der Schachenmeier-Biografie hat Christian verfasst: Der 1882 in Emmendingen bei Freiburg geborene Urgroßvater hatte sich zum Abitur "mit mühsam Erspartem" einen Bechstein-Flügel gekauft. Parallel zum Bauingenieur-Studium in Karlsruhe studierte Schachenmeier Musik. Im Stadtarchiv Köln fanden die Schüler Dokumente zum Hauptwerk ihres Urgroßvaters, der 1915 fertiggestellten Köln-Deutz-Brücke. Konrad Adenauer, damals noch 1. Beigeordneter des Kölner Stadtrats, hat dem Konstrukteur der Hängebrücke, der "Golden Gate" am Rhein, damals persönlich gratuliert. Als Professor an der Technischen Hochschule München, wissen Marianne und Christian Schwarz, entwickelte ihr im Alter von 45 Jahren verstorbener Urahn zwei Patente für Brückenkonstruktionen.

Von "Willy" hat Marianne nicht nur das musikalische Talent geerbt. Wie der deutsche Pionier des Brückenbaus ist auch sie ein Überflieger: Die 14-jährige Gymnasiastin der 10 b hat schon zwei Mal eine Klasse übersprungen.

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