Standfeste Kirchenlinde zum „Baum des Jahres“ gewählt

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Otterfing (jm) &#8211; Die knorrige Kirchenlinde ist dem Otterfinger Bund Naturschutz (BN) die größte Ehrung wert. Zum &#8222;Baum des Jahres 2006&#8220; kürte die Ortsgruppe das ehrwürdige Gewächs, das es im stolzen Alter von mehr als 400 Jahren allen gezeigt hat. Einem Zugtest hielt die Veteranin, der die Säge drohte, locker stand. &#8222;Die steht wie ein Einser&#8220;, merkte der BN-Vorsitzende Karl Einwanger an. <P>Um die Kraft der alten Linde zu würdigen, ging die &#8211; rückwirkend erteilte &#8211; Ehrung &#8222;Baum des Jahres&#8220; diesmal an sie, obwohl der Verein dazu eine Grundregel außer Kraft setzen musste. &#8222;Eigentlich zeichnen wir immer Bäume aus, die Privatleuten gehören&#8220;, meinte Einwanger. Schließlich soll der Preis die Besitzer motivieren, die bisweilen kränkelnden Riesen zu pflegen und zu erhalten. <P>&#8222;Diese Linde gehört uns allen&#8220;, betonte der BN-Vorsitzende. Als Vertreter der Gemeinde nahm Bürgermeister Jakob Eglseder die Ehrung bei der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe im Otterfinger Hof entgegen. Einwanger überreichte eine gerahmte Collage, die den Baum zu allen Jahreszeiten zeigt. Dass die Linde heute noch im Saft steht, ist auch Werner Fees von der BN-Kreisgruppe und der Otterfingerin Alice Kühnel zu verdanken. Die beiden hatten schon 1975 verhindert, dass der &#8222;vergammelte Baumgreis&#8220;, wie es damals hieß, gefällt wurde . <P>Das Engagement der Naturschützer für den ältesten Baum des Dorfes ist mit der Auszeichnung nicht zu Ende. So überreichte Einwanger Martina Lewald-Brudi, beim Miesbacher Landratsamt mit dem Bereich Naturschutz betraut, bei der Versammlung 440 Euro &#8211; exakt die Hälfte der Summe, die das Amt im Jahr 2006 in die Sanierung des Baumes gesteckt hat. &#8222;Und wenn&#8217;s wieder was braucht, sind wir auch dabei&#8220;, versicherte Einwanger. <P>260 Mitglieder zählt die Ortsgruppe des BN in Otterfing. &#8222;Das sind fünf Prozent der Einwohner&#8220;, berichtete Einwanger. Dabei zeigt sich noch ein Trend nach oben: 66 Mitglieder sind 2006 neu zum Verein gekommen. In seiner Rückschau auf die vergangenen Monate listete Einwanger eine Vielzahl von Aktivitäten auf. Dazu zählen die Pflege der Biotope und Großbäume, aber auch der Besuch der Partnergruppe aus Sachsen, die vielen Treffen der 20-köpfigen Kindergruppe und die Beteiligung an der Otterfinger Lindenwoche. Und auch in diesem Jahr hat die Ortsgruppe wieder viel vor. Bereits fest eingeplant sind eine Pflanzaktion im Frühjahr, verschiedene Vorträge und das gemeinsame Ramadama mit dem Otterfinger Alpenverein unter dem Motto &#8222;Saubere Landschaft&#8220;. <P>

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