CSU steht hinter Umfahrung

- VON MICHAEL STÜRZER Starnberg - Der Weg für die Realisierung der Westumfahrung Starnbergs ist beinahe frei. Der Kreisausschuss stimmte gestern für das Projekt, das nun noch den Kreistag passieren muss. Der Widerstand gegen die Finanzierung des fast sieben Millionen Euro teuren Straßenbaus wächst jedoch.<BR>

<P>Während die CSU-Fraktion komplett hinter dem Neubauvorhaben steht, wie Josef Huber deutlich machte, bemängelte Peter Unger (Grüne) einmal mehr die "Scheibenwischerperspektive" und die geringe Entlastungswirkung der Straße für Starnberg. Winfried Ruhbaum (ödp) dagegen sieht in der Finanzierung das Hauptproblem, zumal der Kreis bereits Pflichtaufgaben wie die Berufsschule aus Krediten bestreiten muss: "Wenn wir ehrlich sind, haben wir da keinen Spielraum und sollten eine Geisterdiskussion beenden." Die Umfahrung sei auf Jahre nicht finanzierbar. Für Karl Roth (CSU) ist entscheidend, dass die Umfahrung der Kreisstadt eine Entlastung bringt, weil "in den nächsten zehn bis 15 Jahren an einen Tunnel nicht zu denken ist".<P>Auch Landrat Heinrich Frey erkannte "gewichtige Gründe", die gegen den Neubau sprächen. In der Abwägung jedoch überwiege für ihn die Aussicht auf derzeit noch hohe Förderungen durch den Freistaat. So sah es eine Mehrheit von sechs gegen drei Ausschussmitgliedern.<P>Jörg Riedmaier vom Straßenbauamt und Dieter Gier als Planer hatten zuvor die Trasse nochmals im Detail vorgestellt und auch die Kostenmehrung gegenüber dem ersten Plan - von 4,1 auf nun 6,75 Millionen Euro - begründet. Hauptkostenbringer sind die Brücken; zwei davon waren im ersten Entwurf nicht vorhanden. Die größte führt die neue Straße über die bestehende Verbindung Söcking-Perchting. Ursprünglich war eine normale Kreuzung geplant gewesen, die jedoch nicht genügend Verkehr hätte aufnehmen können. Deswegen wurde umgeplant. Gier hob hervor, die Trasse gehe rund 70 bis 80 Meter östlich am Naturdenkmal Galgenberg vorbei. Deswegen müsse man dort bis zu 20 Meter tief ins Erdreich einschneiden, damit die Trasse südlich des Galgenberges nicht auf einem meterhohen Damm verlaufen muss.<P>Der Kreistag wird Mitte Oktober über die Umfahrung entscheiden. Der Stadtrat berät am Montag darüber.<P>

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