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„Strahlende Augen, große Begeisterung“

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Von: Wolfgang Krzizok

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Am Ende: Michael Windbichler aus Grassau schleppte sich als insgesamt 46. ins Ziel.
Am Ende: Michael Windbichler aus Grassau schleppte sich als insgesamt 46. ins Ziel. © Christian Riedel

Der Erdinger Triathlon lief diesmal coronabedingt im kleinen Rahmen ab - aber die Freude war groß.

Erding – Organisatoren, Helfer und Athleten strahlten am Sonntag am Kronthaler Weiher in Erding mit der Sonne um die Wette. Trisport-Erding hatte zum bayernweit ersten Triathlon nach Corona eingeladen, wenn auch nur im Kleinformat. 500 Athleten, darunter 100 Kinder, waren gekommen.

Keine Zeit verlieren: Beim Verlassen des Wassers wurde schon der Anzug ausgezogen.
Keine Zeit verlieren: Beim Verlassen des Wassers wurde schon der Anzug ausgezogen. © Christian Riedel

„Ich bin richtig stolz, gerade die Kinder wieder auf der Strecke zu sehen“, meinte Stadionsprecher Hartwig Thöne, der die Rennen zusammen mit Weltmeister Daniel Unger moderierte. Die Kleinsten ab Jahrgang 2014 durften allerdings nichts ins Wasser, aus ihrem Triathlon wurde kurzerhand ein Duathlon mit laufen, radeln, laufen. Grund: Das Wasser war zu kalt. „Am Samstagabend hatten wir noch über 20 Grad, aber Sonntagfrüh waren es nur noch 17,4 Grad, und da dürfen die Kinder nicht ins Wasser“, erklärte Trisport-Vorsitzende Simone Blumoser.

Für die Jugendlichen bestand daher Neoprenanzug-Pflicht. Sehr zum Entsetzen eines verzweifelten Vaters, der für seinen Sohn keinen dabei hatte. Aber die Organisatoren halfen: Ein kurzer Aufruf von Moderator Thöne, schon war ein „Leih-Neo“ da, und der Bub durfte starten.

Zweispurig: Die Radfahrer mussten zwei Runden absol-vieren und aufpassen, nicht falsch zu fahren.
Zweispurig: Die Radfahrer mussten zwei Runden absol-vieren und aufpassen, nicht falsch zu fahren. © Christian Riedel

„Wir sind alle so froh, dass es endlich wieder losgeht, und dass wir gesegnet sind mit dem Wetter“, schwärmte Blumoser. Die letzten Wochen seien eine „extrem emotionale Phase“ für alle Beteiligten gewesen. „Wir haben nicht gewusst: Was ist richtig, was ist falsch?“ Es sei auch klar gewesen, dass ohne die Zustimmung des Gesundheitsamts nichts gehe. Das ganze Team habe dem 6. Juni entgegengefiebert, als die neuen Lockerungen bekannt gegeben worden waren und man endlich loslegen durfte. „Wir hatten dann nur eine Woche Zeit, um das alles zu stemmen“, betonte Blumoser. „Und wir haben ein Hygienekonzept, das restriktiver ist, als es eigentlich vom Verband vorgegeben wird.“ Der schönste Lohn für sie: „Es ist so toll, wenn man jetzt in strahlende Augen blicken kann.“

Ähnlich sahen es auch die Moderatoren, die sich über „glückliche und strahlende Kinder freuten“. Gerd Rucker, Präsident des Bayerischen Triathlon Verbands, hatte es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus seiner oberpfälzer Heimat Vohenstrauß nach Erding anzutreten. „Nach über einem Jahr Abstinenz endlich wieder ein Wettkampf – ich habe Gänsehautfeeling“, bekannte er.

Pure Freude: Cinthia Kral aus Vagen (5.AK40) wurde auf den letzten Metern von ihrem Sohn begleitet.
Pure Freude: Cinthia Kral aus Vagen (5.AK40) wurde auf den letzten Metern von ihrem Sohn begleitet. © Christian Riedel

Und das hatten offensichtlich auch viele Athleten, egal ob sie ins kalte Wasser mussten oder nicht. Die Begeisterung war ihnen deutlich anzusehen, angefangen von den Minis, die von ihren Eltern frenetisch angefeuert wurden, bis zu den Erwachsenen. Sie mussten bei der verkürzten Version 400 Meter schwimmen, 20 Kilometer radfahren und vier Kilometer laufen. Weil es bei allen Rennen einen sogenannten „Rolling Start“ gab, also die Triathleten in Abständen von rund fünf Sekunden losgeschickt wurden, war auch nicht klar, wer letztlich gewonnen hat. Der Erste im Ziel musste nicht zwangsläufig der Schnellste sein. Aber da jeder Athlet einen Zeiterfassungschip trug, war die Rangliste schnell erstellt, und die Sieger durften sich ihre Medaillen – coronakonform – selbst vom Medaillentisch nehmen.

Simon Blumoser indes war rundum zufrieden mit dem Verlauf der Wettkämpfe und dem reibungslosen Ablauf der Organisation. „Strahlende Augen, beste Stimmung, ich bin so stolz auf unser ganzes Team“, schwärmte sie.

Die Sieger:

Bei den Männer gewann Lukas Krämer aus Schongau (55:11 Min.) vor Marchelo Kunzelman Loza aus Regensburg (55:19) und Jakob Heindl aus Wasserburg (55:24).

Bei den Frauen siegte Sarah Schönfelder aus Grassau (61:18) vor Malden Kappeler aus Köln (62:03) und Maria Paulig aus Bayreuth (62:16).

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