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Der Suchtsack geht um

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- VON TORBEN TRUPKE Landkreis - Eigentlich ist es die normalste Sache der Welt. Jeder von uns tut es mehrmals am Tag, ohne groß darüber nachzudenken: Die Rede ist vom Essen. Für manche Menschen allerdings ist schon der bloße Gedanke daran der reinste Horror - sie leiden unter Ess-Störungen. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich vom 26. bis 30. April eine Ausstellung im Evangelischen Gemeindehaus in Zorneding.

"Is (s) was?!" lautet der treffende Titel der Schau, die von der Grafinger Caritas-Fachambulanz für Suchterkrankungen organisiert wird. Vor allem Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren wollen Johannes Herold und seine Kolleginnen damit erreichen.

"Wir haben gesehen, dass der Informationsbedarf zu diesem Thema an den Schulen groß ist", berichtet Herold. Die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe steht denn auch im Mittelpunkt des Ausstellungskonzeptes. "Ess-Störungen werden ja stark vom gesellschaftlichen Schönheitsideal geprägt", so Corinna Joswig-Hofmeister. Seit Jahren betreut sie Betroffene, weiß deshalb, wovon sie spricht.

Die Schüler, die die Ausstellung besuchen, sollen sich deshalb aktiv mit ihrem Wunschbild vom jeweils anderen Geschlecht auseinandersetzen und es kritisch hinterfragen. In getrennten Gruppen arbeiten die Buben und Mädchen ihre Vorstellungen aus, und stellen sie anschließend den anderen vor.

Damit das Gespräch in Gang kommt, haben sich Herold und seine Kolleginnen etwas besonderes ausgedacht: den Suchtsack. Darin befinden sich die unterschiedlichsten Sachen, die in irgendeiner Weise mit Ess-Störungen zu tun haben. Der Sack wandert herum, und jeder erzählt der Gruppe, welche Erfahrungen er mit den Gegenständen verbindet. Das Programm wird durch Filme ergänzt, in denen Informationen über Hilfs- und Beratungsangebote für Ess-Gestörte vermittelt werden.

"Is (s) was?!" ist eine Wanderausstellung und wurde von der Landeszentrale für Gesundheit in München konzipiert. Sie richtet sich an die achten Klassen aller Schularten im Landkreis. Am 28. April gibt es einen Informationstag für so genannte Multiplikatoren, also beispielsweise Lehrer, Eltern.

Für diesen Tag und die Ausstellung ist eine Anmeldung unter der Telefonnummer (0 80 92) 50 24 nötig. Nähere Informationen gibt es im Schulamt oder der Infothek des Landratsamtes.

ÆMahnendes Symbol: Mit einem Strichmännchen werben Corinna Joswig-Hofmeister, Brigitte Groß-Elbs und Johannes Herold (v.l.) für die Ausstellung "Is (s) was?!".Foto: Jürgen Roßmann

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