Mit Mut und Tatendrang

- Michael Krach leitet das neu geschaffene Jugendreferat

VON ARMIN RÖSL Poing - Mit seinen 45 Jahren fühlt er sich noch lange nicht zu alt für die Arbeit mit Jugendlichen: Michael Krach aus Unterföhring ist seit Montag der Leiter des neuen kommunalen Jugendreferats, das die Gemeinde Poing ins Leben gerufen hat. "Jugendarbeit hält jung", lautet einer der Thesen des Diplom-Sozialarbeiters.

Ein Kumpeltyp, der sich Zeit nimmt zum Zuhören und präzise seine Ideen ausdrückt - diesen Eindruck hinterlässt Michael Krach bereits nach den ersten Minuten des Gesprächs. Ruhig und konzentriert sitzt der 45-Jährige im Büro von Bürgermeister Albert Hingerl, der den Leiter des Jugendreferats gestern der Presse und somit der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

"Dass eine Kommune den Mut hat, derart in die Jugend zu investieren, hat mich beeindruckt." Krach spricht in der rund 30-minütigen Vorstellung oft vom "Vernetzungskonzept Schulsozialarbeit und Nachmittagsbetreuung",

Probleme, die gelöst werden müssen das die Gemeinde auf den Weg gebracht hat. Im Rahmen dessen wurde das neue Jugendreferat - mit insgesamt vier Vollzeitstellen - geschaffen. Und für den Sozialarbeiter war es einer von zwei ausschlaggebenden Gründen, warum er sich für die Stelle in Poing beworben hat. Für den zweiten Grund hat Krach vier Worte: "Öfter mal was Neues."

Neun Jahre war Michael Krach Geschäftsführer des Kreisjugendrings Fürstenfeldbruck. Davor führte ihn sein Weg nach Karlsruhe. Dort betreute er zehn Jahre hinweg Jugendliche in einer "sozialen Randsiedlung", erzählt der 45-Jährige. Seine Hauptklientel damals: Arbeitslose Jugendliche.

"Es gibt in Poing Probleme, die gelöst werden müssen", charakterisiert Krach sein neues Wirkungsfeld. Durch das Vernetzungskonzept seien viele Perspektiven der Jugendarbeit offen. Und, was für den neuen Referatsleiter besonders wichtig ist: "Die politische Ebene steht dahinter."

Nach den kommenden sechs Monaten soll die Arbeit laufen, sagt Krach. Sein Ziel ist es, das Vernetzungskonzept so schnell und wirkungsvoll wie möglich umzusetzen. Die Schulsozialarbeit soll installiert sein, die Nachmittagsbetreuung laufen. "Die Kommune muss den Jugendlichen ein Angebot anbieten, das ihren Nerv trifft", sagt Krach und schickt aber gleich hinterher, dass Jugendliche auch im Jugendzentrum nicht machen dürfen, was sie wollen. "Sie müssen die Grenzen kennen, die müssen sie nicht erst im JuZ kennen lernen", betont der Sozialarbeiter. Wichtig sei die Toleranz gegenüber anderen. "Die Jugendlichen müssen wissen, dass sie im Jugendzentrum abhängen, Freunde treffen können. Aber sie müssen auch wissen, dass sie sich hier nicht alles erlauben können."

Ein Weg, den Krach in der offenen Jugendarbeit gehen will, ist die Ausbildung von Jugendlichen zu Betreuern. So könnten sie Verantwortung

Keine Angst vor "Brennpunkt-Schule" übernehmen, sich aktiv in die Gemeinde einbringen. Viel Arbeit wird auch die Schulsozialarbeit mit sich bringen. Das weiß Krach. Doch Angst und Bange wird ihm angesichts der vom Jugendamt als "Brennpunkt-Schule" eingestuften Hauptschule Poing nicht. "Solche Schulen gibt es auch in anderen Gemeinden." Für ihn selbst sei dies nichts neues, hatte er doch in der Vergangenheit bereits mit solchen Schulen zu tun.

Die 30 Minuten sind vorbei. Zu wenig, um über alle Aspekte der neuen Jugendarbeit zu sprechen. Genug aber, um die Motivation und Leidenschaft von Krach zu spüren. Jugendarbeit hält halt jung. Das beweist nicht nur der kleine silberne Ring, den der 45-jährige Jugendreferatsleiter am linken Ohr trägt.

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