Telefonsex: Wallner rastet erneut aus

- München - Eigentlich wurde er als Zeuge gar nicht gebraucht. Trotzdem leistete sich der Ex-CSU-Landtagsabgeordnete Hans Wallner (53) vor dem Amtsgericht München erneut einen traurigen Auftritt. Völlig aufgelöst ging der Deggendorfer auf einen Bildjournalisten los, der ihn vor Prozessbeginn gegen fünf Vereinsfreunde fotografieren wollte. "Ich bin eine Privatperson", schrie Wallner und stürzte sich auf den Fotografen. Erst ein "tz"-Kollege, den Wallner ebenfalls schon einmal attackiert hatte, sowie eine herbeieilende Staatsanwältin brachten die Männer auseinander. Acht alarmierte Justiz-Wachtmeister mussten nicht mehr eingreifen.

<P>1997 war der CSU-Politiker aus Niederbayern in die Schlagzeilen geraten, weil er vom Telefonanschluss in seinem Abgeordneten-Appartement Sex-Hotlines angewählt hatte (wir berichteten). Gut 13 000 Euro verplauderte er auf Kosten des Steuerzahlers. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung.</P><P>Zu Beginn des Berufungsprozesses vor zwei Jahren am Landgericht München I hatte Wallner einen "tz"-Fotografen verprügelt und dessen Kamera demoliert. Ersatz blieb der finanziell desolate Niederbayer dem Journalisten bis heute schuldig. Das Landgericht verwarf die Berufung gegen das Erst-Urteil, obwohl fünf Freunde (46 bis 59 Jahre) des heimischen Nockherbergvereins Mietraching vergeblich versucht hatten, Wallner ein nachweislich falsches Alibi für einen Abend zu liefern, an dem der Politiker besonders intensiv telefoniert hatte. Die drei Männer und zwei Frauen wurden unter dem Verdacht der Falschaussage und der versuchten Strafvereitelung vorübergehend festgenommen. Das Amtsgericht verurteilte sie zu dreimonatigen Bewährungsstrafen. Wegen ihrer Geständnisse musste Wallner nicht mehr aussagen. Zwei Wachtmeister begleiteten ihn zum Ausgang.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Nicht allein mein Verdienst“: Eichstätt-Coach Mattes spricht über die Erfolgs-Story
Der Erfolgslauf des VfB Eichstätt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Mattes-Elf thront an der Spitze der Regionalliga und das im erst zweiten Jahr nach dem …
„Nicht allein mein Verdienst“: Eichstätt-Coach Mattes spricht über die Erfolgs-Story

Kommentare