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Thoma im Rathaus

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- VON FRIEDBERT HOLZ Markt Schwaben - Viel vorweihnachtliche Stimmung zauberte das jüngste Rathauskonzert am Freitagabend ins Foyer der Gemeindeverwaltung - kaum zu glauben, wie gedämpftes Licht, adventliche Musik und festlicher Schmuck in Verbindung mit christlichem Brauchtum einen eher nüchternen Zweckraum in eine gemütliche Stube verwandeln können.

Hausherr und Bürgermeister Bernhard Winter setzte noch ein Stimmungspünktchen drauf: "Wenn draußen die Schneeflocken fallen und die Adventszeit hilft, etwas zur Ruhe zu kommen, sollten die Bürger auch an diejenigen denken, denen es nicht so gut geht". Er meinte damit alle Schwabener Kinder in Not, denen der Erlös aus diesem Abend zufloss.

Jakob Bayer, seit Jahren schon zuständig und prädestiniert für das Vermitteln weihnachtlicher Stimmung, hatte wieder die Rolle des Moderators und Erzählers übernommen. Er versetzte seine Zuhörerschaft, die reichlich erschienen war, zuerst mit Gedichten in eine besinnliche Laune, bereitete sie verbal vor für Ludwig Thomas Weihnachtslegende "Heilige Nacht", bayrisch geschrieben und bayrisch vorgetragen.

Thoma, der volksnahe Dichter, hatte seiner Schilderung der wundersamen Dinge einen sehr heimatnahen Anstrich gegeben. Jakob Bayer, der Name ist hierfür Programm, brachte diese Geschichte sehr glaubwürdig und sympathisch an die gespannt lauschenden Zuhörer weiter. Ab und zu intonierte die Sängerrunde Liederfreiheit passend ausgesuchte Adventslieder, wie etwa "Im Wald is so staad" oder "Es mog net finster wern". Und auch die Stubnmusi Gruber-Heller setzte mit Flöte, Hackbrett und Harfe feine musikalische Akzente.

Im Mittelpunkt des Abends aber stand Thomas Geschichte. Seine "Heilige Nacht" spielt auch in Bethlehem, doch dort gibt es - die Palästinenser mögen es als dichterische Freiheit verzeihen - selbstverständlich Schnee, dunkle Wälder und Hirten, die in genagelten Schuhen zum Jesuskind pilgern.

Doch das störte die andächtig Lauschenden überhaupt nicht, im Gegenteil: Das bayrisch-alpenländische der Thomaschen Geschichte passte wieder einmal wunderbar zum Schwabener Advents-Ambiente. Selbstverständlich ließen sich die zahlreichen Zuhörer nach einem kleinen Stehempfang nicht lange bitten und spendeten. Doch das wahrscheinlich schönste Geschenk an diesem Abend bekamen wohl Jakob Bayer und die Musikanten: lang anhaltenden Beifall.

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