Auf der Thoma-Wiese über den Schuldenberg

- VON CHRISTINA JACHERT-MAIER Otterfing - Um Otterfing endlich über den Schuldenberg zu bringen, setzt Bürgermeister Jakob Eglseder zum Befreiungsschlag an. So will er ein Drittel der Thoma-Wiese, also 6000 Quadratmeter Grün mitten im Dorf, als Baugrund versilbern. Seinem Drängen, im Vorgriff auf den Abschluss der Ortsentwicklungsplanung zumindest die Änderung des Flächennutzungsplans zu beschließen, gab der Gemeinderat jetzt mit 10:6 Stimmen nach.<BR>

<P>Der Verkaufserlös ist bereits in den Finanzplänen 2006 und 2007 einkalkuliert. Kämmerer Helmut Näher rechnet heuer mit 1,3 und nächstes Jahr mit zwei Millionen Euro. Bis Bares sprudeln kann, ist allerdings noch einiges zu tun. "Wir müssen endlich Entscheidungen treffen", forderte Eglseder deshalb bei der jüngsten Sitzung ein Votum, das den Start des langwierigen Änderungsverfahrens für das Areal einläutet. "Es weiß doch sonst keiner, wo die 3 Millionen Euro herkommen sollen, die wir brauchen."<P>"Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt" <P>SPD-Sprecher Georg Thalmeier hingegen erinnerte an den Vorsatz, ein Gesamtkonzept für die Zukunft Otterfings zu entwerfen. "Jetzt hat das auf der Tagesordnung nichts verloren", verwies er auf den Umstand, dass die letzte Phase der Ortsentwicklungsplanung erst mit der Klausurtagung am 4. Februar beginnt. Hertha Böhner (Grüne) stimmte zu. "Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt." Sie lasse sich auch ungern unter Druck setzen, wehrte sie die Bitte Eglseders ab, "endlich in die Gänge" zu kommen.<P>Eglseder wiederum verwies auf die lange Dauer des Änderungsverfahrens und darauf, dass der Haushalt neu kalkuliert werden müsse, wenn der Grund nicht verkauft werde. Seine Stellvertreterin Ulrike Stockmeier (FW) sprang ihm zur Seite. "Jeder von uns weiß, dass wir da durch müssen." Schließlich müsse die Gemeinde die Thoma-Wiese beizeiten anbieten.<P>Auch ihr Fraktionskollege Martin Beilhack rief dazu auf, Farbe zu bekennen. Ohnehin werde Ortsplaner Bernhard Landbrecht nichts anderes zeichnen, als ihm aufgetragen sei. Wie berichtet, hat der Planer im ersten Entwurf die Bebauung der zentral gelegenen Fläche bereits empfohlen. Jetzt noch nicht zu handeln, so Beilhack, bedeute "eine reine Verzögerung".<P>Als eine Mehrheit dann doch das Verfahren in Gang setzte, atmete Eglseder auf. Schließlich ist der Druck hoch, Geld in die Kasse zu bekommen. "Ich bin jetzt viel durch Otterfing gelaufen", sagte der Bürgermeister, "Straßenschäden, wohin man auch schaut." Verschleudern werde die Gemeinde ihr "Tafelsilber" Thoma-Wiese keinesfalls - auch wenn die Kunde, dass die Gemeinde dringend Geld brauche, schon Spekulanten auf den Plan gerufen hat. Eglseder: "Aber unter Wert verkauft die Gemeinde sicher nicht."<P>

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