Traublinger Sieger in seinem Heimspiel

- CSU-Ortsvorsitz zurückerobert

VON EBERHARD GEIGER Im Perlacher CSU-Streit hat der Landtagsabgeordnete und Präsident der Münchner Handwerkskammer, Heinrich Traublinger, sein "Heimspiel" siegreich beendet. Bei der Neuwahl des Ortsvorstandes eroberte er die Spitzenposition gegen Stadtrat Johann Altmann zurück. Weil 20 unbekannte Mitglieder Traublinger unterstützten, wollen seine Gegner die Wahl anfechten.

Eine junge Riege hatte den Landtagsabgeordneten vor zwei Jahren überraschend vom Posten des Ortsverbands-Vorsitzenden weggeputscht. Doch in der Folge zerstritten sich die Rebellen untereinander. Zudem drängten Parteichef Stoiber und die designierte Münchner CSU-Chefin Monika Hohlmeier, Traublinger (59) nicht aus dem Landtag zu boxen - immerhin sei er auch Repräsentant des Handwerks.

Der Wiederwahl Traublingers war eine teils heftig geführte Debatte von fast drei Stunden vorausgegangen. Denn zur Abstimmung waren 20 unbekannte Mitglieder aufgetaucht, die zwar notariell beglaubigte Aufnahmeanträge vorzeigten, aber nicht auf der Liste des Ortsvereins standen. Schließlich votierten 72 gegen 55 Ortsverbands-Mitglieder für Traublinger.

Dies hat zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Konferenz der Delegierten, die demnächst den Landtagskandidaten für den Münchner Osten küren sollen. Doch die Verankerung Traublingers an der Parteibasis dürfte ihm auch die Wiederwahl als Bewerber fürs Maximilianeum sichern, sagen Eingeweihte.

Damit schwinden die Aussichten für Markus Blume (27), der anstelle des Altmeisters in den Landtag strebt. Blume erhielt die Quittung von seinen Widersachern. Sie entzogen ihm den stellvertretenden Ortsvorsitz.

Schon oft waren in der CSU Mitglieder gezielt mobilisiert worden - nicht selten von der Jungen Union (JU). Wie berichtet, sollen die Manipulationen in der Perlacher Affäre bis hin zu strafwürdigen Aktionen gegangen sein. Beide Seiten werfen sich das gegenseitig vor. Es ist von Betrug und von Geld für Neumitglieder die Rede. Bislang ist nichts bewiesen. Möglicherweise muss sich die Staatsanwaltschaft der Sache annehmen.

Herausforderer Blume erklärte, der Ablauf der Wahl des Perlacher Ortsvorstandes sei "an der Grenze zur Rechtsbeugung" gelegen. "Ich werde deshalb die Wahl auf jeden Fall anfechten."

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