Unterhalt für Sohn: Haftbefehl über Interpol

- VON INGRID KUHN Peiting - Beharrlich entzog sich ein 72-Jähriger der deutschen Justiz. Als gegen den in Spanien lebenden Rentner über Interpol ein Haftbefehl erging und er einige Tage dort in Untersuchungshaft saß, war dies für ihn ein heilsamer Schock: Jetzt flog er von seinem Domizil in Südspanien nach Deutschland, um sich seinem Verfahren am Amtsgericht Weilheim wegen Unterhaltspflichtverletzung gegenüber seinem in Peiting lebenden Sohn zu stellen.<BR>

Den Vorwurf, seit vier Jahren keine Alimente für seinen bei der Mutter in Peiting lebenden 17-jährigen Sohn gezahlt zu haben, räumte der Angeklagte zumindest teilweise ein. Der ehemalige Unternehmer machte hierfür seine finanzielle Lage verantwortlich: Er sei Anfang 2003 mit seiner Firma in Insolvenz gegangen, sein Haus in Kochel und seine Rücklagen für sein Alter seien von den Banken "geschluckt" worden. Übrig geblieben, so der 72-Jährige, sei ihm lediglich sein Haus in Südspanien, das er nun mit seiner zweiten Ehefrau bewohne. Mit dieser gemeinsam müsse er mit 800 Euro monatlicher Rente auskommen. "Aus diesem Grund hatte ich keine Möglichkeit, meiner Zahlungsverpflichtung gegenüber meinem Sohn nachzukommen." 75 Euro monatlich <P>Richter Franz von Hunolstein war indes der Meinung, dass der 72-Jährige dennoch monatlich 75 Euro Unterhalt an den Sohn zahlen könne. Er verurteilte den säumigen Vater mit dieser Zahlungsverpflichtung als Auflage lediglich zu 2000 Euro Geldstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Das Urteil wurde rechtskräftig und der Haftbefehl aufgehoben.

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