Urteil zugestellt: Beeinträchtigung "nicht gegeben"

- VON STEPHAN PENNING Bernbeuren - "Ich bin glücklich über diese Entscheidung, hatte aber schon so eine Ahnung, weil das Landratsamt bereits im Vorfeld von Genehmigungsfreiheit gesprochen hatte." Was der Bernbeurer Künstler Christian (C)huber anspricht, ist das schriftliche Urteil im Skulpturen-Streit, das ihm und seiner Kollegin, Iris Freifrau von Fircks-Huth aus Leeder, jetzt zugegangen ist. Darin wird festgestellt, dass der Klage des Landratsamts auf Entfernen der Kunstwerke im Kunstpark "area damasia" nicht stattgegeben wird. Demzufolge dürfen die Kunstwerke auf einer Anhöhe kurz vor Bernbeuren stehen bleiben.

"Nach dem Eindruck, den die Kammer insbesondere bei der Ortseinsicht gewonnen hat, ist die Beeinträchtigung öffentlicher Belange im Sinne des Paragraphen 35 Absatz 3, Baugesetzbuch durch das Kunstwerk des Klägers (Christian Chuber, die Redaktion) - soweit überhaupt gegeben - jedenfalls nicht dergestalt, dass diese Gemeinschaftsbelange bzw. öffentlichen Interessen dem Grundrecht des Klägers vorgehen", heißt es in der Urteilsbegründung durch Verwaltungsrichter Dr. Volker Berberich. Und weiter: "Dass durch ein Kunstwerk ein neuartiges Element in eine Landschaft hineingetragen wird, lässt sich allein noch nicht als Beleg oder auch nur als Indiz dafür werten, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion beeinträchtigt wird." Und dann steht da noch zu lesen, dass "Einwirkungen dieser Kunstwerke auf die natürliche Eigenart der Landschaft und ihres Erholungswerts, das Landschaftsbild, aber auch das Ortsbild der Gemeinde Bernbeuren sowie das Wohlbefinden der Bürger dieser Gemeinde - soweit überhaupt gegeben - als gering bzw. untergeordnet anzusehen sind.

Künstler Chuber humorig: "Bei Jupiter handelt es sich um einen altrömischen Gott, der die Felder segnet und das Recht schützt". So gesehen habe er kein anderes Urteil erwartet.

Zufriedenheit

Zufriedenheit schlägt auch bei Iris Freifrau von Fircks-Huth durch, die sagt: "Ich finde es toll, dass die Querelen endlich ein Ende haben." Sie hoffe, "dass wir auch noch diejenigen, die dagegen sind, überzeugen können". Dazu planen die Künstler für das Frühjahr 2005 eine Aktion, bei der sie sich den Bernbeurern vorstellen und ihre Kunstwerke erklären wollen. Fircks-Huth: "Ich hoffe, dass wir danach so weit sind, dass wir auch in die Bernbeurer Fremdenverkehrsarbeit mit einbezogen werden." Schließlich wolle man mit- und nicht gegeneinander arbeiten.

Oberregierungsrat Matthias Seitz, Baujurist am Landratsamt, ist zwar nach wie vor der Meinung, "dass man es so oder so sehen kann", wird aber keine Klage gegen das Urteil anstrengen.

"Kenntnisnahme"

Unterdessen legt Gemeindechef Heimo Schmid Wert auf die Feststellung, "dass ich nie gesagt habe, dass ich entscheide, ob die Skulpturen stehenbleiben oder nicht". Er habe die Aufstellung auch nicht verhindern, sondern lediglich wissen wollen, auf welcher rechtlichen Grundlage die Maßnahme fußt. Schmid wörtlich: "Jetzt ist die Entscheidung gefallen und das nehmen wir zur Kenntnis."

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