Verdacht: Rohmilch machte Schüler krank

- Landheim-Köchin weist Vorwürfe zurück

Die Magen-Darm-Erkrankung von 22 Grundschülern aus München und Gröbenzell (wir berichteten) nach einem Aufenthalt im Schullandheim Magnetsried geht nach neuen Erkenntnissen des Gesundheitsamts Weilheim wahrscheinlich auf Bakterien zurück, die aus "ab-Hof"-verkaufter Milch stammten. Warum die Rohmilch nicht - wie vorgeschrieben - abgekocht wurde, ist unklar. Sowohl die Köchin der Herberge als auch die Direktorin der Münchner Rotbuchenschule wiesen Vorwürfe zurück.

Die Drittklässler der Münchner Rotbuchenschule hatten vom 30. Juni bis 4. Juli den Hof des "Christlichen Vereins Junger Menschen" in Magnetsried besucht. Zwei Tage nach ihrer Rückkehr bekamen zehn von ihnen heftigen Duchfall und erbrachen. Da die Herberge und die nahen Badeseen nach einer Überprüung durch die Gesundheitsbehörde als Bakterienherde wohl auszuschließen seien, "spricht viel für die Rohmilch" von einem benachbarten Bauernhof, sagte der Leiter der Weilheimer Gesundheitsbehörde, Karl Breu. Eine Lasagne als zweite Quelle der Campylobacter-Bakterien scheint offenbar wenig plausibel, weil nur die Schüler aus Gröbenzell das Nudelgericht gegessen haben sollen.

Dass die Münchner Kinder als "nicht hygienische Schulklasse" vom Gesundheitsamt zunächst auch als Quelle der Krankheitserreger genannt wurden, bezeichnete Breu "als nicht angebracht". Einem Mitarbeiter, der diese Vermutung geäußert hatte, warf er "voreilige Schlüsse" vor.

Der Bauer, von dessen Hof die Rohmilch stammte, habe ihm gegenüber bestätigt, den Acht- bis Neunjährigen die Milch verkauft zu haben, sagte Breu. Jener wolle aber darauf hingewiesen haben, dass die Milch vor dem Verzehr abzukochen sei. Die Köchin des Schullandheims habe ihrerseits ausgesagt, den Kindern keine Lebensmittel ausgegeben zu haben, die sie nicht selbst gekauft habe.

Ob die Kinder beim Kauf der Rohmilch in Begleitung einer Lehrperson waren, ist unklar. Die Direktorin der Rotbuchenschule, Elisbeth Klar, verteidigte die Lehrerin, die mit der Klasse in Magnetsried gewesen war: "Meine Kollegin hat keine Kinder allein dahin geschickt." Sie sei sehr gewissenhaft. "Die Frage, wie die Milch zu den Kindern gelangt ist, stelle ich mir auch", sagte Klar.

Derzeit sind noch sieben der insgesamt 55 Drittklässler aus München und Gröbenzell meldepflichtig erkrankt. Sie müssen nach dem Stuhlgang weiterhin besondere Hygiene halten.Tobias Rösmann

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