In die Vergangenheit gereist

- Historisches Markttreiben zur 950-Jahr-Feier Mauggens

VON GERT SEIDEL Mauggen - Zum Auftakt der 950-Jahr-Feier war Mauggen der Mittelpunkt des Landkreises. Auf der Festwiese mit mittelalterlichen Ständen und neben beinahe schon modernen Oldtimern reisten gestern tausende Ausflügler in die Vergangenheit und bestaunten neben liebevoll restaurierter Motortechnik landwirtschaftliches Handwerk vergangener Zeiten.

Schon am frühen Morgen trafen sich die Fachleute beim Frühschoppen zum Tausch- und Teilemarkt, fachsimpelten über alles, was nach Diesel roch oder reichlich Dampf machte. Dazu spielten die "Hoglbuachan" auf, so dass es nicht schwerfiel, gleich über den Mittagstisch zu bleiben. Gut beraten, denn der Andrang ließ nicht nach. Zum Oldtimer-Umzug herrschte der Ausnahmezustand in Mauggen. Selbst auf eiligst requirierten Wiesen waren die Parkplätze besetzt, und am Straßenrand drängten sich die Zuschauer. Immerhin: Die schmucken Automobile aus den 50er und 60er Jahren, die treu gedienten Traktoren aus der Vorkriegszeit und die knatternden Zweiräder kamen noch durch und mussten ihren Korso unter reichlich Beifall mehrmals wiederholen.

Dass es auf der Festwiese dann überhaupt noch ein Durchkommen gab, lag an der Vielzahl der Angebote und Buden, vor denen sich die Leute drängten. Zünftig demonstrierte ein Besenmacher, was anno dazumal als Handwerk der unteren Stände galt. Schon immer eine Kunst gewesen ist das Zimmererhandwerk, bei dem nach altem Brauch die Stämme noch mit der Hand zu schweren Balken geschlagen wurden. Innungsmeister Anton Schlehhuber zeigte, wie man noch richtige Holznägel macht. Handgemacht nach altem Brauch auch die Seile, Rechen und sogar die Münzen, die am Stand der Raiffeisenbank gefertigt wurden - leider kein Euro, aber doch eine wunderschöne Gedenkmedaille. Und bei der Schweiß treibenden Arbeit verstand so mancher, warum auf seinem Sparbuch nicht mehr Zinsen landen.

Höhepunkte des Programms zu nennen, dürfte jedem Besucher schwer fallen, doch sicher gehörte die Vorführung des Dampfdreschens dazu. Nicht zuletzt deshalb, weil die Pfeife am Überdruckventil heute wie vor 70 Jahren die Leute zusammenrief. Damals zum Arbeiten, heute zum Staunen und auf eine frische Maß, denn selbstverständlich präsentierte sich Mauggen nicht nur mit der Mühsal, sondern auch mit dem Angenehmen vergangener Zeiten. Dazu gehörte ein zünftiger Imbiss ebenso wie ein frisches Bier oder sogar ein Met nach Art der Germanen aus gutem Honig im historischen Biergarten auf gehobelten Planken.

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