Buntes Bühnenspiel: der Sommernachtstraum an der Herzog-Tassilo-Realschule. Foto: Vogel

Verwirrung im Gefühlsdschungel

Erding - Eine gelungene Premiere feierte das Schultheater der Herzog-Tassilo-Realschule mit seiner Interpretation des Sommernachtstraums von William Shakespeare.

Wer liebt jetzt da wen? In William Shakespeares Sommernachtstraum wird der dunkle Märchenwald zum Spielfeld durcheinander gewürfelter Emotionen. Paare taumeln im Liebeswahn durch den Gefühlsdschungel. Eine zauberhafte Elfenschar lässt sie an magischen Fäden zappeln.

Diesen Mittwochabend erlebte man eine überaus vergnügliche Premiere in der Herzog-Tassilo-Realschule. „The Bilingual Erding Shakespeare Theatre“, kurz „The Best“ genannt, brachte das Stück unter der einfallsreichen Regie von Michael Deppisch auf die Schulbühne. In den Text wurden sowohl flapsige Umgangssprache wie auch englische Originalzitate eingeflochten.

Mit Esprit und blitzendem Witz schlüpften die Darsteller in ihre Rollen. Keck tanzte Puck (Cindy Heller) durchs Unterholz, lugte zwischen Rosenranken hindurch und trieb seine Spielchen. Auch Spinnweb (Rebecca Kustermann), Erbsenblüte (Carolina Mooshofer) und Senfsamen (Nadine Stimmer) gehörten zum charmanten Gefolge des Elfenkönigs Oberon (Lars Pardon) und seiner Gattin Titania (Katharina Däubner).

Oberon wies den Frechdachs Puck letztlich in seine Schranken und warf ein Auge auf seine Ehefrau. Hatte sich Titania doch glatt in einen Esel verliebt. Schauspieler Zettel (Lukas Wildmoser) war in das Langohr verwandelt worden. Bis jeder Topf seinen Deckel gefunden hatte, verstrickten sich Hermia (Sarah Kraus), Lysander (Christoph Otto), Helena (Maria Hammerdinger) und Demetrius (Thomas Wittmann) in affektgeladene Abenteuer. Bis sie das höfisch geordnete Leben wieder hatte - zur Beruhigung von Herzog Theseus (Benedikt Aigner) und seiner Hippolyta (Antonia Thomas). Auch Hermias grummelnder Vater (Lukas Unterreitmeier) musste sich fügen.

Technik (Kilian Höhenberger) und Licht (Robert Cremer, Bastian Emmer und Nicolas Klinger) sowie ein poetisches Bühnenbild samt fantasievoller Kostüme rundeten das Stück ab. Am heutigen Freitag findet um 20 Uhr die letzte Vorstellung statt. vev

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