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"Da vibriert der Locher auf dem Schreibtisch"

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- Mieter im Oberstöger kritisiert Lärm vom Neureuthersaal

VON CHRISTINE MERK Gmund - Harald Drews ist sauer. Viel Geld hat er in seine Wohnung investiert, doch in den Räumen ist es ihm zu laut. Drews wohnt oberhalb des Gasthofes Oberstöger in Gmund. Seit der renovierte Neureuthersaal wieder geöffnet ist, beklagt er "eine ungewöhnlich hohe Lärmbelastung sowie ein ausnahmsloses Überschreiten der Sperrstunden".

Drews Vorwurf richtet sich nicht zuletzt an Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing. "Für den Bürgermeister ist der Saal offenbar eine Prestigesache", ärgert sich Drews. Für ihn steht fest, dass beim Umbau des Neureuthersaales, der der Gemeinde gehört, notwendige Bestimmungen zum Emissionsschutz nicht beachtet worden sind. Ihm selbst sei bei seinem Einzug nicht klar gewesen, dass zum Gasthof Oberstöger ein so großer und so häufig genutzter Saal gehöre, erklärt Drews. Er hat eine Kaufoption für die 170 Quadratmeter große Wohnung im Dachgeschoss und deshalb nach eigener Aussage bereits sehr viel Geld hineingesteckt. Im Stockwerk direkt über dem Saal hat Drews zudem ein Büro gemietet. "Da vibriert der Locher auf dem Schreibtisch, wenn es unten losgeht", beschreibt er die Situation bei größeren Feierlichkeiten im Saal.

Laut Drews hat ein unabhängiger Sachverständiger in einem bereits im Frühjahr erstellten Gutachten bestätigt, dass bezüglich des Lärmschutzes "substanzielle Baumängel" bestünden. Das Gutachten liege auch der Gemeinde vor, sagt Drews. "Dennoch wird der Veranstaltungsbetrieb seit einem halben Jahr rücksichtslos und uneingeschränkt fortgesetzt", beklagt er.

Er sehe nun, "nach einem halben Jahr der Vertröstungen" keine andere Möglichkeit mehr, als seine Zurückhaltung aufzugeben. In einem Schreiben hat sich Drews Lebensgefährtin Gertrud Plodek, die ebenfalls in der Dachgeschosswohnung lebt, deshalb in beider Namen an die Polizei in Bad Wiessee gewandt, die den Brief jedoch an das Landratsamt weitergeleitet hat. Bei einer Überschreitung der Sperrstunde wäre die Polizei zuständig, erläuterte dazu der Stellvertretende Dienststellenleiter Josef Lang. "Doch dazu sind wir nie gerufen worden." Bauliche Mängel seien dagegen nicht Sache der Polizei. Im Landratsamt wird die Angelegenheit nach Auskunft von Pressesprecher Walter Schäfer zurzeit geprüft. Ebenso erklärte Bürgermeister Georg von Preysing, dass die Gemeinde im Gespräch mit dem Eigentümer der Wohnung von Drews und Plodek stehe. Verhandlungen, ob etwas - und gegebenenfalls was - zu machen sei, würden bereits laufen, so von Preysing. "Aber bevor irgendwelche Maßnahmen in Angriff genommen werden, muss feststehen, dass die Sache danach auch wirklich erledigt ist."

Harald Drews befürchtet, dass die Wohnung nicht so ruhig werden wird, wie er es sich wünscht. Wie es dann weitergeht, wisse er noch nicht.

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