Virtuoses Spiel auf dem Violone

- Bernhard Mahne beherrscht das Instrument wie kein anderer

VON JOHANNA VON SCHUTTER Ebersberg - Einen ungewöhnlichen Abend durften die Besucher des Ebersberger Rathauses erleben, als Gabriele Prediger und Bernhard Mahne zu Gast waren. Die Gitarristin Gabriele Prediger ist Solistin an der Bayerischen Staatsoper und Dozentin am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium. Bernhard Mahne war siebzehn Jahre lang Kontrabassist an der Bayerischen Staatsoper.

Er ist nicht nur ein Meister auf dem Kontrabass, sondern einer der ganz wenigen Musiker, der den Violone virtuos zu spielen versteht. Da dieses Instrument, es gehört zur Familie der Gamben, äußerst selten gespielt wird, gab Bernhard Mahne eine Einführung in die Historie des Instruments.

Die Künstler eröffneten den Abend mit einer Sonate von Georg Philipp Telemann. Bernhard Mahne, der nicht nur ein ausgezeichneter Musiker, sondern auch musikgeschichtlich ungeheuer bewandert ist, gab einen umfassenden Einblick in die Instrumenten- und Kompositionsgeschichte. Die Besucher lauschten gespannt dem interessanten Vortrag, dabei war der jüngste Gast gerade erst einmal zwölf Jahre alt. Dazwischen gab es immer wieder Musikbeispiele.

Etliche zeitgenössische Komponisten haben für das Duo Prediger/Mahne komponiert. So spielten die beiden ein Stück von Robert Delanoff, einem Münchner. Hier konnte der Violone seine volle Klangfülle zeigen. Thema und Begleitung wechselten sich ab und hier konnte auch Gabriele Prediger ihre hohe Virtuosität auf ihrer Weißgerber-Gitarre zeigen. Beide ließen sauber gespielte Flageoletts hören. Bei Delanoffs Werk wird jede Möglichkeit der Klangerzeugung auf der Gitarre bis an die Grenzen ausgelotet. Hier wurde beim Violone auch hörbar, dass er der Vorläufer des Kontrabass ist, denn der Tonumfang des Instrumentes wurden voll ausgeschöpft.

Zwischen jedem Stück gab es Musiktheorie, und die Besucher konnten Fragen stellen, die Bernhard Mahne gerne und umfassend beantwortete. Von Roland Leistnermeier spielten die Musiker das "Poeme an GB", das er für die beiden komponiert hat. Dazu erzählte Bernhard Mahne, dass sie sich "bauchgepinselt" fühlten, glaubten sie doch hinter "GB" stünde Gabriele und Bernhard. Doch es stellte sich heraus, dass damit der in Glonn lebende Komponist Günther Bialas gemeint war.

Ein äußerst interessantes Werk spielten die beiden Musiker von Herbert Baumann, es war mit rhythmischen und technischen Schwierigkeiten gespickt und setzte die Gitarre zeitweise als Schlaginstrument ein. Mit einem hinreißenden Bossa Nova, von Baden Powell, beendeten die Künstler das Konzert.

Es war ein spannender, unterhaltsamer und äußerst lehrreicher Abend, der wie so oft leider viel zu schnell zu Ende war.

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