Vorerst keine Realschule für Dorfen

- Landkreis (brü) - "Bei allem, was du sagst, bedenke das Ende", warnte CSU-Fraktionssprecher Manfred Becker in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Er mokierte sich darüber, dass Dorfens dritter Bürgermeister Martin Heilmeier auf einer LDW-Veranstaltung in Watzling eine Realschule für Dorfen anstelle der Erweiterung in Taufkirchen gefordert hatte (wir berichteten).<BR>

<P>Es sei eine "Stilfrage", ob sich der Nachbar in den Schulhausbau einmischt, so Becker. Aber wenn einem schon die Realschule zu groß sei, müsse man auch das Gymnasium Dorfen betrachten, das erweitert werde und 1250 Schüler fasse. "In Erding war das Anlass für ein neues Gymnasium." Da frage er sich, ob man in Dorfen für Millionen erweitern solle, wenn man andererseits sage, 950 Schüler seien für eine Realschule zu viel. Außerdem seien nahe der Landkreisgrenze, zum Beispiel in Haag, Realschulen entstanden.<P>"Wie sollen wir denn die Thematik angehen?", fragte Landrat Martin Bayerstorfer. Der Vorschlag, das Rathaus in Taufkirchen zu erwerben, sei deshalb auf große Zustimmung gestoßen, weil man nicht genau wisse, wie sich die Zahlen entwickeln. "Vielleicht so gut, dass die Räume im Rathaus nicht ausreichen", so Bayerstorfer. Aber der Landkreis könne das Gebäude auf jeden Fall verkaufen, wenn eine andere Lösung notwendig werde. Es entstehe kein Verlust.<P>In Erding seien die Kapazitäten auch ausgereizt, aber die Schulleiter hätten sich bereit erklärt, dies erst einmal noch zu bewältigen, sagte der Landrat. Die momentane Lösung sei als Übergang zu sehen. "Vielleicht haben wir ja in fünf Jahren viel weniger Schüler, weil der Zuzug nicht mehr in gleichem Maße anhält."<P>"Komisch, dass ein Stammtischgespräch den Kreistag beschäftigt," wunderte sich Dorfens Bürgermeister Josef Sterr (CSU). Aber die Stadt Dorfen schicke 296 Kinder zur Realschule nach Taufkirchen. Das sei fast ein Drittel der gesamten Schülerzahl. "Da ist es doch legitim, dass wir künftig an Dorfen als Standort denken", sagte er.<P>Jakob Mittermeier (CSU) rechnete vor, dass eine Realschule, wenn sie alle vorgesehenen Fächerkombinationen anbieten will, mindestens 650 Schüler braucht, um dies zu bewältigen. Die Gefahr sei, dass Dorfen und Taufkirchen mit dann jeweils rund 450 Schülern zu klein und auf Kinder und Jugendliche aus den Nachbarlandkreisen angewiesen seien.<P>

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