Nach einem einsamen Rennen über 3000 Meter wurde Thea Heim erstmals deutsche Hochschulmeisterin. Foto: Markus Herkert

Vormalige Bestzeit pulverisiert

Sachsenkam - Die Sachsenkamer Langstreckenläuferin Thea Heim läuft die 3000 Meter in 9:26 Minuten: 25 Sekunden schneller als im vorigen Jahr. Damit wird sie erstmals Hochschulmeisterin.

Die Jubelgeste - die geballte, in den Himmel gestreckte Faust - von ihrem ersten deutschen Meistertitel bei den Juniorinnen (1500 m) wiederholte Thea Heim nicht, als sie die Ziellinie nach 3000 Metern in der Frankfurter Leichtathletikhalle überquerte. Aber wie vor acht Monaten holte die 21-jährige Informatikstudentin der TU München einen Titel: den der deutschen Hochschulmeisterin. Im Leistungszentrum Kalbach gaben sich die besten deutschen Uni-Athleten ein Stelldichein. „Zweiter Start, zweiter Sieg heuer. Besser geht’s nicht“, freut sich Heim über ihren ersten deutschen Hochschultitel, nach zwei dritten Plätzen 2012 (Halle und Freiluft) über 800 Meter.

Doch der Titel alleine sorgte nicht so sehr für Aufsehen wie die Zeit: 9:26.99 Minuten benötigte die schnellste deutsche Studentin für die 15 Runden. Damit pulverisierte Heim ihre bisherige Bestzeit aus dem vergangenen Sommer um 25 Sekunden. Das ist die viertbeste Hallenzeit über 3000 Meter in diesem Jahr. Unter 9:26 Minuten lief keine Hochschulmeisterin in den vergangenen zehn Jahren. „Die Leistung ist umso erstaunlicher, als Thea von Beginn einen Alleingang hinlegte, da keine Konkurrentin auch nur annähernd folgen konnte“, schildert Trainer Norman Feiler den einseitigen Rennverlauf. „Alleine an der Spitze tut man sich viel schwerer, den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn’s weh tut.

Platz vier in der deutschen Bestenliste knapp hinter den beiden vor ihr liegenden Konkurrentinnen, eröffnen nun gute Perspektiven für die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Halle in Leipzig in zwei Wochen. „Ich bin die 3000 Meter erst zweimal gelaufen. Wir hatten das Ziel, hier besser zu werden, und das hat super geklappt. Eigentlich sind die 1500 Meter meine Paradestrecke, die bin ich in der Halle jetzt noch nicht gelaufen. Wir müssen nun überlegen, welche Strecke die größeren Chancen bietet“, erklärt Heim. Trainer Feiler sieht das entspannt: „Thea entwickelt sich genauso wie wir uns das vorgestellt haben. Es zahlt sich aus, dass wir nicht auf den schnellen Erfolg in den ersten Jahren aus waren. Thea zählt von 800 Meter bis Halbmarathon zu den Topläuferinnen in Deutschland.“ Athletin wie Trainer sind sich sicher, dass die Zeit von der Hochschul-Meisterschaft bei der DM deutlich unterboten werden kann. „Ich weiß, dass die Form passt. Und die Leipzig Arena ist eine tolle, große Halle, die mit 6000 Zuschauern ausverkauft sein wird. Das motiviert zusätzlich“, blickt Heim auf den nächsten Saisonhöhepunkt voraus.

Bevor es nach Leipzig geht, stehen einige Semester-Prüfungen an der TU München an. „Den Feinschliff hole ich mir dann nicht im Trainingslager, sondern hierzulande. Ich reise viel herum, da freue ich mich auf die Vorbereitung in gewohnter Umgebung.“ In der Ruhe liegt die Kraft, und die wird Heim im Hexenkessel von Leipzig brauchen. tk

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